April 2022 – Georgien Westen Teil 1


Eigentlich sollte es eine Fotogruppenreise werden. Aber mangels Teilnehmern machten Armin und ich uns dann zu zweit auf den Weg nach Georgien. Die Anreise erfolgte über Berlin BER mit WizzAir direkt nach Kutaisi und so erreichten wir unser Ziel sehr bequem bereits am Nachmittag. Unsere Fahrer und Freund Koba stand natürlich schon bereit, um uns direkt ins Hotel zu bringen. So konnten wir uns noch vor dem Abendessen ein wenig die Beine vertreten.

Die Region um Kutaisi biete so viele Fotomotive, was also zuerst erforschen. Wir entschlossen uns für den nächsten Tag in die alte Industriestadt Chiatura zu fahren. Auf dem Weg dorthin mussten wir natürlich an der Katskhi-Säule stoppen. Auf diesem imposanten Fels gibt es eine Kappen und ein Wohnhaus. Hier lebt ein einzelnen Mönch, der über eine lange Leiter klettern muss.

Chiatura empfängt uns ’stilecht‘ mit einem alten LKW vor Plattenbauten und einem riesigen Monument, das wir sehr gern in Szene setzen. unser zweiter Stopp ist dann eine alte Mangan-Mine oberhalb der Stadt. Bei meinem letzen Besuch 2017 war diese noch in Betrieb und auch die Seilbahn fuhr noch. Nun ist fast alles abgebaut und verwaist und der Security-Mitarbeiter freut sich über die Abwechslung und lässt gern ein und alles fotografieren.

Das Mangan wurde über verschieden Materialseilbahnen zu Tal befördert und dort bearbeitet und dann auf Eisenbahnwaggons verladen. Und – nein – die Verladestation ist kein ‚lost place‘ sondern in Betrieb!
Überhaupt waren Seilbahnen einst das Hauptverkehrsmittel in Chiatura. In den 60iger Jahren hat es wohl über 60 Seilbahnen hier gegeben, auch die ’stählernen Gondeln Stalins‘ genannt. Heute sind diese alle außer Betrieb, bei meinen letzen Besuchen konnte ich einige davon aber noch nutzen. Die Hauptseilbahnen sind inzwischen durch moderne Ausführungen ersetzt. So findet sich im Zentrum nun eine zentrale Umsteigestation, wo 4 Linien zusammenlaufen.

Tag 3 nutzten wir zunächst in Kutaisi um ein wenige über den Markt zu schlendern. In der Stadt herrschte geschäftiges Treiben, denn das Osterfest stand unmittelbar bevor und alle waren fleissig am Einkaufen. Das Osterfest der georgisch orthodoxen Kirche ist etwas später als das protestantische Osterfest und so konnte ich in diesem Jahr zwei mal Ostern feiern, aber dazu später mehr.

Für den Nachmittag hatte uns Koba zu einer Fahrt aufs Land eingeladen. Dort besuchten wir Verwandtschaft von ihm und natürlich muss es dann auch etwas zu Essen geben. Koba hatte Fleisch und Brot besorgt und so gab es neben Gemüse, das typisch georgische Schaschlik – frisch zubereitet… und natürlich hausgemachten Wein.

Am vierten Tag stand wieder ein längerer Ausflug auf dem Programm. Zunächst stoppten wir am Kloster Gelati, aber die Gebäude sind immer noch eingerüstet und so ziehen wir schnell weiter bevor die Touristenströme kommen. Am Bahnhof Khresili sehen wir einen alten Arbeitswagen und da muss Armin als leidenschaftlicher Eisenbahner natürlich stoppen. Obwohl die Strecke aktuell nicht befahren wird, sind alle Bahnübergänge und Bahnhöfe mit Personal besetzt. Und zeigt uns ein Mitarbeiter noch einen Lokschuppen mit einem weiteren Arbeitswagen.

Weiter geht es nach Tkibuli – die Stadt des Kohlebergbaus. Von den einst zahlreichen Gruben ist aber nur noch eine in Betrieb. Die alte Verladestation direkt neben einem Wohngebiet können wir problemlos inspizieren.

Wir besuchen dann noch den Bahnhof, der noch sehr gut aussieht. Der Fahrplan dort heißt zwar „Neuer Fahrplan“ ist aber trotzdem nicht wirklich aktuell, bildet aber den Zugverkehr in ganz Georgien ab.
Wir finden eine alte grandiose Talstation einer Seilbahn, ein Fußballstadion und eine alte Kohlemine, ist die wir ohne Probleme hätten hineingehen können…

Vor der Rückfahrt wollten w r noch die Bergstation der Seilbahn besuchen, doch die Straße war noch durch Schnee versperrt und so hatten wir ein längeren aber schönen Spaziergang zur Bergstation. Dort trafen wir auf eine Gruppe Jäger, die eigentlich Schneehühner jagen wollten, aber ein verlassenes Braunbären Junges gefunden hatten. Dies sollte nun zu Rangerstation gebracht werden.
Kurz vor Kutaisi statteten wir noch dem Kloster Motsameta einen Besuch ab, da es nun schön im Abendlicht lag.

Morgen werden wir das Osterfest in einem kleinen Dorf erleben und dann geht es dann für zwei Tage in die Berge nach Radscha. Also bleibt gespannt…

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