11. – 21.6. Äolische Inseln

Lipari mit Vulcano im Hintergrund

Wo, um Gottes Willen sind die denn??? Diese Fragen bekamen sicher einige aus unser 13-köpfigen Gruppe von Freunden und Bekannten gestellt, als sie von unseren Reiseziel erzählten. Es sind 7 bewohnte und mehrere kleine unbewohnte Inseln nördlich von Sizilien. Die bekannteste ist Stromboli, aber unser Reiseziel war die Hauptinsel Lipari.
Und so fanden sich 10 aus unserer Truppe etwas müde aber gespannt auf die Reise noch vor dem Aufwachen am Hamburger Flughafen ein. Um 6.05 Uhr ging unser Flug nach Catania auf Sizilien.

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Um 6.05 Uhr ging von Hamburg nach Catania auf Sizilien

Zwei weitere Teilnehmer waren schon ein paar Tage auf Sizilien und eine weitere kam aus Stuttgart dazu. Und tatsächlich fanden wir uns alle um kurz nach 9 Uhr auf dem Flughafen Catania und auch unser VIP-Shuttle-Bus nach Milazzo stand samt Fahrer bereit. So erreichten wir bereits um kurz nach 11 Uhr den Fährhafen und um 12.10 Uhr sollte unser Schnellboot nach Lipari ablegen. Und auch das klappte reibungslos. Am Hafen von Lipari erwartete uns der stets fröhlich Massimo und fuhr unser Gepäck ins Hotel, während wir uns einen ersten Eindruck der Stadt bei einem kleinen Spaziergang zum Hotel verschafften. Zur Begrüßung gab es im Hotel erst einmal ein paar Häppchen, Olivien und ‚Sprizz‘

Ein guter Anfang... Foto: Siegfried Seifert

Ein guter Anfang…
Foto: Siegfried Seifert

Und so verbrachten wir eine wunderbare Zeit auf Lipari, mit Ausflügen auf die Inseln Vulcano, Panarea, Salina und Stromboli in einer gesunden Mischung aus Fotografie und und italienischer Lebensart. Hier ein paar Eindrücke dieser Reise:

19.5. Georgien – Tbilisi

Genug zum Fressen ist da...

Die Fahrt von Armenien nach Tbilisi verlief gut und auch die Grenzformalitäten waren schnell erledigt.
Seit Sonntag Abend bin ich nun also wieder einmal in Georgiens Hauptstadt. Es ist schon auch ein wenig wie nach Hause kommen, da vieles vertraut ist.
Den Montag schlendere ich ein wenig durch die Stadt, besuche die Mitarbeiter von Georgia Insight im Büro und plane mit Ihnen gemeinsam die beiden Reisen im September und vor allem meine Geburtstagsfeier in Wardzia. Am Nachmittag holt Lasha mich ab und wir fahren zu seiner Uni. Von dort geht es mit einem alten, etwas klapprigen Bus mit seinen Kommilitonen zu einen Rugbyspiel gegen eine andere Universität. Es ist mein erstes Rugbyspiel und zunächst verstehe ich nicht so viel. Es wirkt ein wenig wie „alle drauf auf das Ei oder die Mitspieler“. So nach und nach entdecke ich jedoch, dass es viel mit Planung und Taktik zu tun hat. Leider verliert Lasha’s Mannschaft mit 7 zu 27, was aber angesichts der Tatsache, dass die andere Mannschaft der Vorjahressieger ist, ein passables Ergebnis ist.
Der Mittwoch gehört wieder dem Stadtbummel, ich schaue mich an verschiedenen bekannten Orten um und staune wie schnell sich diese Stadt verändert. Überall wird gebaut. Der Blick von der  Bergstation der Seilbahn ist fantastisch. Man kann bis in den Großen Kaukasus sehen und ich entdecke dort den gut 5000m hohen Kasbeg.
Am Nachmittag treffe ich mich wieder mit Lasha und wir fahren in die Steppe David Gareji. Steppe ist eigentich unpassend im diese Jahreszeit, denn alles ist herrlich grün und überall ziehen Hirten mit riesigen Rinder oder Schafherden über das weite Land. In der untergehenden Sonne ist diese Landschaft einfach unbeschreiblich. Gerade als die Sonne untergeht, laufe ich noch einmal schnell über einen Hügel und laufe damit praktisch direkt in eine von rechts kommende Schafherde. Bisher ist dies auch immer ohne Probleme geblieben. Doch diesmal kommen mir drei kaukasische Schäferhunde (gefühlt größer als die Schafe) laut bellend und Zähne fletschend entgegen. Den Rückweg zum Auto haben mir drei Kollegen der bellenden Wachmannschaft schon blitzschnell abgeschnitten. Und so stehe ich umringt von 6 bellenden und knurrenden Hunden und weiß nicht so ganz was ich tun soll. Ich entscheide mich für „bewegungslos stehen bleiben“ und auf die Hunde einreden (oder auf mich, damit die Hosen trocken bleibt). Zum Gebell der Hunde gesellt sich nun auch noch das Gebrülle der Hirten, was auf die Hunde keinerlei Eindruck macht. Wie Lasha mir später erzählte reifen Sie: „ Was macht der Scheiß-Tourist da. Wir können die Hunde nicht halten“. Zum Glück habe ich das nicht verstanden. Und so stehe ich da wie eine Salzsäule und und jede kleine Bewegung, z.B. mit der Kamera um eine Foto dieser Szene zu machen wird mit noch lauterem Gebell und weiterer 10cm Annäherung an mich quittiert. Erst als alle Schafe (und Hirten) vorbei sind, ziehen sich auch die Hunde langsam zurück, nicht ohne sich immer wieder umzudrehen und ihren Herrschaftsanspruch zu verdeutlichen. Ich checke kurz die Hose, alles trocken geblieben und gehe zurück zum Auto zu Lasha, der die Szene beobachtet hatte und und überlegt hatte, wie er mich retten kann, aber auch keine brauchbare Idee hatte.

Nach so viel Aufregung verbringe ich den Mittwoch dann doch lieber im Büro von Georgia Insight und nutze das stabile Internet, um ein paar liegen geblieben Arbeiten zu erledigen.
Am frühen Abend geht es dann noch ins Konservatorium, wo es ein kleines aber feines klassisches Konzert gab.

14. und 15.5. Armenien – letzter Tag

...und die kleine Fotos öffnen Türen

Unseren letzten Tag in Yerevan beginnen wir mit einem Spaziergang zu einer Metrostation und der Fahrt mit der Metro zurück zum Platz der Republik. Motive finden sich unterwegs sehr viele.
Den späten Vormittag verbringen wir im Stadtteil Kond. Wir treffen auf ausgesprochen freundliche Menschen und werden mehr in die Wohnungen und Häuser eingeladen. Wir haben allerdings nur sehr wenig Zeit, so dass wir meistens dankend ablehnen. Aber mein kleiner Fuji Polaroid-Drucker erweist sich auch hier als Knüller und eröffnet so manches Gespräch. Zum Glück ist Ilya dabei der als russischer Muttersprachler keine Schwierigkeiten hat für uns zu übersetzen.
Zum Mittagessen treffen wir auf Gia, Michael und Lasha, die aus Tbilisi angereist sind um mich morgen mit nach Georgien zu nehmen.
Der Nachmittag gehört zunächst dem Mahnmal zum Völkermord an den Armeniern. Es ist ein schöner, aber auch sehr bedrückender Ort. Uns so freue ich mich auf dem letzten Besichtigungsort, die Ararat Brandy-Fabrik – natürlich mit Verkostung.
Unser Abschlussabendessen, gemeinsam mit unseren georgischen Freunden ist ausgesprochen lecker, aber leider rechts kurz. Denn Armin, Christine, Monika und Ilya müssen heute Nacht schon um 2.15 Uhr zum Flughafen. Da ich morgen ja ausschlafen kann, gehe ich mit den georgischen Freunden und zwei Damen der Reiseagentur noch ein Bierchen trinken…

Am Sonntag starten wir dann zu viert gegen Mittag Richtung Tbilisi. Eigentlich wollte ich keine Fotos an diesem Tag machen. Aber als wir nach der Mittagspause in Dilijan nach Alawerdi kommen (Kupferfabrik) ist das Licht so schön, dass ich doch noch ein Foto der Seilbahn vor der Fabrik und dem Schlot machen muss.
Gegen 20 Uhr erreichen wir Tbilisi und für mich beginnt nun der „Urlaub“. Es wird sicher noch einen oder vielleicht auch zwei Blogs aus Tbilisi geben, aber nicht mehr für jeden Tag.
Vielen Dank bis hierher an alle Leser.

13.5. Armenien – Yerevan Tag 2

traumhafte Gesänge in einer der Felsenkirchen

Natürlich steht auch heute ein Ausflug auf dem Programm. Es geht zum Kloster Geghard. Auf dem Weg dorthin stoppen wir an einem Aussichtspunkt auf den kleinen und großen Ararat, doch beide verstecken sich in Dunst und Wolken.
Das Kloster Geghard (endlich mal ein Namen den ich mir merken konnte) liegt idyllisch hoch oben am Ende eines Tales. Es hat mehrere in den Felsen bebaute Räume und in einem dieser dunklen nur durch ein kleines Oberlicht beleuchteten Räume gibt es eine fantastische Akustik. Hier erwartet uns ein tolles Kurzkonzert eines A Capella Chores. Wir hören einige geistliche Lieder, aber auch moderneres Liedgut in hervorragender Qualität. Leider nur gestört durch permanentes Blitzen und und lautes Klacken der Kameras der französischen Reisegruppe. Da diese aber das Konzert bestellt und auch bezahlt hatten, blieb uns nur den ein oder anderen „bösen“ Blick auszusenden.
Das rund 20 minütige Konzert war so beindruckend, dass ich spontan eine CD einfach kaufen musste.
Weiter ging es dann zu einem heidnischen Tempel, der leider sehr von Touristen überlaufen war und mich auch fotografisch nicht fesseln konnte. Vor dem Tempel fand ich dann ein Auto aus Syrien und mir wurde wieder einmal bewußt, dass Syrien nicht weit entfernt ist. Wie ich von unserem Reiseleiter erfuhr, leben doch eine ganze Anzahl Syrer (insbesondere mit armenischen Wurzeln) in Armenien und warten darauf, dass der Krieg vorbeigeht.
Unser Mittagessen nahmen wir in einem kleinen Bauernhofrestaurant ein, wo wir uns auch nochmals ein Bild von der Herstellung des landestypischen Brotes machen konnten.
Frisch gestärkt ging das dann auch Wanderung in das Tal, wo eine Basaltformation auf uns wartete. Nun habe ich schon einige solche Formationen gesehen und sah dem Ganzen doch recht entspannt entgegen. Was sich uns dann aber zeigte, stellt alles bisher gesehene doch in den Schatten. Leider kann man (oder zumindest ich) das nicht in Bildform bringen. Es ist viel mächtiger und schöner als es auf den Fotos aussieht.
Es ging wieder hinauf ins Dorf Garni, wo wir natürlich noch diverse Fotos machen mussten. Die örtliche Kirche war für Armin dann aber leider zu klein.
Auf dem Dorfplatz trafen wir dann auf eine Gruppe Kinder, die nach ihrem Balletuntericht gern für uns posierten.
So ging es dann zurück nach Yerevan, das wir gerade noch rechtzeitig zum Abendessen erreichten.

12.5. Armenien – Yerevan

ein verkehrsgefährderter Armenier und eine vorsichtigere Armenierin

Mein erster Tag in Yerevan beginnt gleich damit, dass wir Yerevan wieder verlassen. Naja fast, den es stehen wieder einige Kirchen auf dem Programm die sich eher am Stadtrand befinden und so lerne ich gleich die Rushhour kennen.
Wir erhalten eine umfangreiche Einführung in die Christianisierung  Armeniens, das als erstes Land weltweit im Jahre 301 das Christentum als „Staatsreligion“ einführte. Es war der König Grigor der Erleuchter der sich zum Christentum bekehrte. Eine Reihe von Jungfrauen, die letztlich gesteinigt wurden und dadurch Anlass für den Bau eines Klosters boten, spielen auch noch eine Rolle. Da ich mir die Zusammenhänge und vor allem die Namen der Personen und der Klöster ohnehin nie merken kann, will ich gar nicht erst versuchen es hier darzustellen.
So besuchten wir eine Kirche und dann die Hauptkathedrale der armenischen Kirche, wo wir ein versteinertes Stück Holz der Arche Noah und eine Speerspitze (die Jesus bei Kreuzigung in die Seite gestochen worden war) besichtigen. Es folgte dann noch die Ruine einer Kirche bzw. Klosters.
Unser Mittagessen bekamen wir in einem Sozialprojekt, wo junge, teils auch behinderte Leute beschäftigt werden und sich künstlerisch erfahren können. Das Essen war sehr lecker und vor allem der Rotwein außergewöhnlich! Vermutlich weil die Trauben von jungen armenischen Mädchen barfuß gestampft wurden – so wurde es uns jedenfalls erklärt.
Auf der Rückfahrt in die Stadt mussten wir dann unbedingt noch einen Stopp an einem verfallenen Riesenrad einlegen. Solche „lost places“ ziehen immer an, obwohl das Gelände hier bereits fleißig wieder mit Obstbäumen bepflanzt war.
Den Nachmittag konnte ich dann bei einem Spaziergang um das Hotel die Stadt auf mich wirken lassen. Bevor wir unser Abendessen in einer (keineswegs still gelegten) Teppichfabrik. Nach einer Führung durch die Fabrik und das angeschlossene Museum, gab es zum Essen dann noch ein Schaukochen des Chefkoches.
Doch nun zu den Bildern:

11.5. Armenien – von Tatev nach Yerevan

Schafe und - upps -  ein Hund und der Schäfer

250 km liegen heute vor uns, die längste Etappe unserer Reise. Daher starten wir bereits um halb acht. Da ich das Kloster Tatev aber gern auch noch einem im Morgenlicht sehen möchte bin ich schon zum Sonnenaufgang unterwegs. Leider versperrt eine Wolkendecke im Osten der Sonne den Weg. Aber ganz langsam schiebt sie sich weiter und kurz bevor wir los wollen fällt das Licht auf das Kloster. Nun geht es wieder zurück zunächst Richtung Westen und dann nach Norden. Aber zunächst holen wir das ausgefallene Frühstück mit Käsebrot, Rosinenbrot fast ohne Rosinen, Kaffee und Tee, sowie einem Eis nach. Gegenüber können wir das Treiben in einer Kfz Werkstatt beobachten. Bei der Weiterfahrt begegnen uns mehrere Schafherden auf der Straße, die natürlich sehr zur Belustigung unseres Fahrers alle fotografiert werden müssen. Aber auch die schöne Natur im Großen wie im Kleinen müssen wir einfangen und so zieht sich unsere Fahrt dann doch etwas hin. Gegen Mittag erreichen wir ein sehr schön wieder hergerichtetes Kloster am Ende einer Schlucht. Zum Mittagessen gibt es frische Lammkeule aus dem Erdofen und so gestärkt marschieren wir durch die Schlucht zurück zur Hauptstraße. Dort befindet sich die Aleni-Höhle und wir haben das Glück die Ausgrabungen „live“ beobachten zu können. Bis zu 6000 Jahre alt sind die hier gefunden Dinge, die wir von einem der Mitarbeiter fachkundig erläutert bekommen.
Am späten Nachmittag können wir nach dem Besuch eines Storchendorfes einen ersten Blick auf den kleinen und großen Ararat werfen. Nun steht noch ein Kloster an und nach einem Besuch des dortigen 7m tiefen Verlieses wird es Zeit für Yerevan. Da wir erst um 8 Uhr dort sind geht es direkt zum Essen (ungewaschen) und bei (etwas zu lauter und aufdringlicher) Armenischen Folklore endet dieser lange Tag.

Und auch mal bei BingShiLing vorbeischauen für eine andere Sicht auf die Dinge klick klick

10.5. Armenien – Tatev

...und auch ich bekomme natürlich etwas angeboten.

Die Nacht war kalt, aber mit warmer Unterwäsche und zwei Decken ging es dann doch. Wenn man mit den Hühner aufsteht, scheint sogar die Sonne. Zum Frühstück auf der Veranda (bei 8 Grad habe ich bisher auch noch nie draußen gefrühstückt) kamen dann schon die Wolken. Heute schlendern wir zunächst gemütlich durch das Dorf Tatev und dann hinauf zum Aussichtspunkt auf das Kloster und wieder hinunter und dann in das Kloster. Wir verpassen zwar gerade ein Taufe, aber dafür begrüßt uns der Vorsteher persönlich. Nach dem Mittagstee besuchen wir noch die Teufelsbrücke mit den Mineralquellen unten in der Schlucht und den Aussichtspunkt oben auf der anderen Seite der Schlucht. Da sind wir dann auch schon an unserer Unterkunft. Heute schlafen wir in Holztonnen über dem Abgrund.

9.5. Armenien von Berg-Karabach nach Tatev

Unser Tankstopp

Heute ist Feiertag in Armenien und auch in Berg-Karabach. Wir haben uns entschlossen den Feierlichkeiten nicht mehr beizuwohnen, damit wir rechtzeitig an unser nächstes Ziel kommen. So starten wir um kurz nach neun Richtung Westen. Überall in der Innenstadt von Stepanakert ist Polizei und Militär präsent. Einige Straßen sind schon gesperrt und so freuen wir uns doch rechtzeitig aufgebrochen zu sein. In einem Dorf kurz vor der Grenze ist die Straße vorübergehend gesperrt, da die Menschen von der Kirche zum Denkmal ziehen. Wir nutzen dies für eine kurze Fotopause, was aber direkt eine Kontrolle unserer Papiere nach sich sieht. Wir werden dann doch gebeten weiterzufahren und kurz darauf haben wir nach unproblematischer Grenzkontrolle Berg-Karabach wieder verlassen.
Unser nächstes Ziel ist eine besondere Höhlenstadt. Hier haben die Menschen Häuser vor die Höhlen gebaut und bis in die 50iger Jahre dort gelebt. Die letzte Bewohnerin ist erst 1972 in das neue Dorf oberhalb der Höhlen umgezogen. Der Weg in dieses Höhlendorf führt vom Parkplatz über 400 Stufen nach unten und dann über eine lange Hängebrücke über das Tal. Die Hängebrücke ist noch recht neu und sieht stabil aus. Nur das man beim Laufen durch die Gitter als Fußboden nach unten schauen kann, läßt meine Knie doch etwas weich werden. Aber ich komme gut hin und her und wir statten der alten Kirche einen Besuch ab und auch die Reste des Schulgebäudes sind noch gut zu erkennen. Nachdem wir die 400 Stufen auch wieder hinauf geschafft haben, geht es weiter in die Stadt Goris, ein lebendiges kleines Zentrum, wo wir unseren Nachmittagstee mit leckerem Kuchen in einem Terrassenlokal genießen.
Weiter geht es Richtung Tatev und ein Tankstopp unseres Fahrers entwickelt sich zu einem Fotoevent.
Der nächste Stopp ist bei einem Bauern, denn einige möchten gern etwas von dem legendären Maulbeerschnaps erstehen und das macht man am Besten direkt beim Erzeuger.
Auch das entwickelt sich schnell zu einem kleinen Event mit Kostproben lokaler Leckereien. Die kleinste abzugebende Menge sind 3 Liter, also wird flugs in 0,5 Liter Flaschen umgefüllt und der Rest sofort verkostet. Das hebt sie Stimmung doch sehr schnell.
Nun müssen wir aber auch weiter, damit wir die letzte Seilbahn noch erwischen. Den das letzte Stück zum Kloster legen wir mit den „wings of Tatev“ zurück. Seit 5 Jahren gibt es diese Seilbahn, die uns in 12 Minuten über die Schlucht zum Kloster bringt. Das Kloster steht aber erst morgen auf dem Programm.
Wir übernachten heute  sehr rustikal, bei einer Familie in einem kleinen Dorf. Das Abendessen gibt es auf der Veranda, was bei gefühlten 10 Grad schon eine Herausforderung ist. Da auch das Zimmer nicht geheizt ist, wickele ich mich nun in die Decke ein und werde heute mal früh schlafen.

Hier noch ein paar Eindrücke vom heutigen Tag:

 

8.5. Armenien – Berg-Karabach

Und dieser Freund ließ sich durch uns Fotografen überhaupt nicht beirren...

Heute steht ein Ausflug in das Hinterland der Hauptstadt Stepanakert und natürlich die Hauptstadt selbst an. Leider ist uns das Wetter heute nicht so wohl gesonnen, den es gibt zwischendurch immer wieder einmal heftige Gewitterschauer. Wir fahren durch ein sehr grünes, hügeliges Land. Es gibt viel Wald und landwirtschaftliche Flächen. Die Vielfalt der Pflanzen am Wegesrand ist beeindruckend. Es gibt hunderte von Arten auf jedem Quadratmeter, mit einer Menge Kleingetier und unser Guide Hrach uns alle versucht näher zu bringen. Thymian, Salbei, Erdbeeren… sind nur einige der essbaren Arten. Auch eine ganze Kolonie an Bienenfressern sehen wir, zusammen mit anderen interessanten Vögeln, aber sie sind etwas kamerascheu und ich bekommen keinen aufs Bild.
Unser Ziel ist das Kloster Gandzasar. Es liegt sehr schön hoch oben über dem Tal und da heute Sonntag ist, findet auch eine Messe statt. Als ich wieder aus der Kirche komme, überfliegt ein riesiger Steinadler ca. 15-20 Meter über mir den Kirchberg und wendet sich dem Tal zu. Natürlich habe ich meine Tele im Auto und die Kamera mit dem einzig noch brauchbaren Objektiv in der Fototasche. Aber allein der Anblick ist unvergeßlich. Ein kleines Stückchen weiter im Dorf Vank nehmen wir unseren Mittagstee in einem sehr skurrilen Hotel. Unmengen von Statuen, ein überlebensgroße Löwenporträt (ich finde es sieht eher aus wie ein Katze) und sogar ein ganzes Piratenschiff wurde zur Dekoration aufgebaut. Irgendein Oligarch hat sich hier „sein“ Dorf erschaffen.
Nach einem wahren Wolkenbruch, den wir zum Glück drinnen erleben, beschließen wir nach Stepanakert zurückzufahren und uns dort noch ein wenig umzusehen. Monika geht es auch nicht so gut und sie sehnt sich sicher nach einem ruhigen Plätzchen. Natürlich gibt es auch hier wieder Fotostopps, z.B. an einer Einrichtung, die wir für eine Art Flugabwehrgeschütz halten. Es handelt sich aber um Methankanonen, die eingesetzt werden um Hagelschauer aufzulösen, bevor sie die Ernte vernichten.
Eigentlich war noch ein Ausflug zum Kloster Dadivank geplant. Es liegt aber doch schon recht nahe an der Zone, wo im April u.a. die Kampfhandlungen waren. Und da unser Veranstalter kein unnötiges Risiko eingehen will, haben wir das gestrichen. Tja, und wie ist die Sicherheitslage nun?
Hier in der Hauptstadt Stepanakert hat man überhaupt nicht das Gefühl in einem Krisengebiet zu sein. Es ist Sonntag und der Verkehr fließt normal, die Geschäfte sind geöffnet, die Menschen kaufen ein oder sitzen in Cafès. Im Straßenbild sind zwar häufig Soldaten und Polizei zu sehen, aber fast immer unbewaffnet und freundlich (solange man sie nicht fotografiert). Einige Zivilisten (auch Kinder) tragen ebenfalls Militärkleidung, offenbar aus Solidarität mit den Truppen. Auffällig ist nur, das wir außer einigen Armeniern und Russen offenbar die einzigen Touristen in der Stadt sind.
Morgen ist hier ein großen Feiertag, es ist der Tag des Sieges über Hitler und der Unabhängigkeit und alles wird auf Hochglanz gebracht. Es wird aber wohl auf die üblichen großen Paraden verzichtet um das Ausland (und auch Azerbaidjan) nicht unnötig zu provozieren.
(Und bei Armin gibt es auch etwas zu lesen: hier klicken)

Doch nun einige Eindrücke vom heutigen Tag:

 

7.5. Armenien – von Hermon nach Berg-Karabach

... und dann immer wieder dieses Licht...
Die Berge im Hintergrund sind die Grezne zum Iran.

Wir starten den Tag heute etwas früher, denn eine lange Etappe haben wir vor uns. Aber schon nach wenigen Kilometern werden wir von der Polizei gestoppt. Unser Fahrzeug wird freundlich aber bestimmt durchsucht. Es hat einen „Vorfall“ gegeben und daher werden alle Autos, die das Tal verlassen kontrolliert. Unsere erste Vermutung die Aktion diente dem vermissten Schuh von Monika erwies sich als falsch und so gab es keine Beanstandung und wir können unsere Fahrt nach wenigen Minuten fortsetzen.
Es geht weiter Richtung Süden, in Richtung iranische Grenze. Wir fahren durch unbeschreiblich schöne Landschaften auf der alten armenischen Seidenstraße. Wir geht es hinauf auf fast 2400m und danach über eine endlose Hochebene. Eigentlich könnte man alle 500 m anhalten und Fotos machen, aber wir müssen ja noch ein paar Kilometer schaffen. So stoppen wir bei einer Schafherde auf der Straße, Kräutersammlern (und Verkäufern) an der Straße, dem armenischem „Stonehenge“ neben der Straße und vielen anderen Stellen, wo es einfach nur schön ist.
Unseren Mittagstee nehmen wir in einem Hotel in Sisian ein, wo wir herzlichst begrüßt werden. Und leckeren Kuchen gibt es auch noch dazu.
Über Goris, wo wir auf der Rückfahrt noch unbedingt halten müssen, erreichen wir die Grenze zu Berg-Karabach. Auf den letzten Kilometern waren schon deutlich mehr Militärfahrzeuge unterwegs.
Die Abfertigung ist professionell und schnell, nach knapp 10 Minuten können wir weiter. Auf unsere Frage nach einem „Dokumentationsfoto“ heißt es zunächst „nein“, aber nach kurzer Bedenkzeit dann mit einem Lächeln: „Die Fahnen und die Straße ja, aber keine Gebäude, keine Grenzpolizei und kein Militär“ und so kommen wir doch zu unserem Foto. Weiter geht es nach Stepanakert, der Hauptstadt von Berg-Karabach. Auf der Straße ist wenig Verkehr, es kommen uns häufiger Busse mit Soldaten entgegen. Es sind „Veteranen“ die im Krieg 1992-1994 gekämpft haben und nun als Freiwillige die jungen Soldaten an der Grenze unterstützen. Sie winken uns freundlich zu aber natürlich dürfen wir keine Fotos machen. Es gibt aber auch so genug zu sehen. Es hat angefangen zu regnen und durch die Wolkenlücken scheint manchmal die Sonne, was die Landschaft in ein phantastisches Licht taucht. Auch in der Stadt Sushi – die heißt tatsächlich so und hat nichts mit Fisch zu tun – müssen wir noch einmal an der Kathedrale halten. Und dann geht es ins Hotel. Als wir vor einem VIP Touristhouse stoppen sind wird erst eine wenig erschrocken, aber es geht dann noch weiter und als wir dann vor unserem Hotel stehen fällt uns doch die Kinnlade herunter.
Am Abend gibt es leckeres Essen in einem Restaurant in der Stadt.
Für Morgen steht die Erkundung der Region auf dem Programm und wir sind schon sehr gespannt. Doch zunächst müssen wir im Ministerium noch unser offizielles Visum kaufen. Das es am Sonntag erst um 10 Uhr öffnet, können wir erst später starten.
Aber unser findiger Reiseleiter Hrach hat daraufhin gleich organisiert, dass das Hotel mit unseren Pässen ins Ministerium fährt und die Formalitäten für uns erledigt. Welch ein Service !!
Einen weiteren sehr kurzweiligen Bericht von Armin Schmolinske der uns auf dieser Reise hervorragend fotografisch betreut findet hier bei Bingshiling

Doch nun endlich zu den Fotos…

6.5.2016 Armenien – von Dilijan nach Hermon

Schön auf einer Halbinsel im Sevansee gelegen, aber schwer zu fotografieren

Es geht weiter nach Süden, und zwar zunächst zum Sevansee. Es ist mit ca. 1200 qkm einer der größten Hochgebirgsseen der Welt. Es ist ungewohnt nach einer Serpentinenfahrt auf rund 1900m Höhe plötzlich eine weite Ebene vor sich zu haben. An allen Seiten sehen wir schneebedeckte Berge, man könne also meinen wir sind im Tal, aber die Lufttemperatur sagt uns sofort wie hoch wir sind. Jacken sind angesagt.
Wir besuchen wieder einige Klöster, einen riesengroßen Friedhof mit sehr vielen Kreuzsteinen und halten natürlich an allen möglichen und unmöglichen Stellen. Gegen Abend geht es dann in ein abgelegenes Tal und wo man eigentlich nichts mehr vermutet steht dann unser Hotel… und es gibt sogar Internet. Doch nun lieber ein paar optische Eindrücke.

5.5.2016 Armenien – von Haghpat nach Dilijan

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Wir haben den nördlichsten Punkt unserer Reise durch Armenien erreicht und so geht es heute wieder nach Süden. Zunächst steht aber noch der Besuch einer Klosteranlage auf dem Programm. Sie liegt sehr schön, hoch über dem Tal und als wir um 10 Uhr dort ankommen, bauen die Souvenirverkäufer ihre Stände gerade erst auf und es sind erst wenig Besucher in der Anlage.

Der Obststand hat schon geöffnet...

Der Obststand hat schon geöffnet…

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hier gibt sogar mal einen Pfarrer in der Kirche

Es geht dann wieder vorbei an der Kupferhütte (diesmal ohne Stopp) Richtung Vanadzor. Wir erleben die Schlucht diesmal also aus der anderen Richtung und haben schöne Ausblicke auf die vor uns liegenden Dreitausender.

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Unser Ziel ist der alte Kurort Dilijan, der zu sowjetischer Zeit sehr gut besucht war, heute aber doch eher verträumt wirkt.

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Die Bühne für die Kurkonzerte

Doch bevor wir ins Hotel fahren, besuchen wir noch eine wunderschön im Wald gelegene Klosteranlage. Sie wurde vor einigen Jahren aufwändig renoviert und wir wurden vom Vorsteher freundlich auf Deutsch begrüßt. Er hat einige Jahre in Deutschland gelebt, unter anderem in Eichstätt.

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4.5.2016 Armenien -von Giumry nach Hagpat

Alaverdi am Abend

Um halb zehn starten wir Richtung Nordosten. Unser Fahrer fährt souverän und sicher. Geschickt werden die Schlaglöcher umfahren und wenn es sich nicht vermeiden lässt ein Schlagloch zu durchfahren, wird die Geschwindigkeit entsprechend gedrosselt. Allerdings versucht er dann auf den nächsten 100m schlaglochfreier Straße den Zeitverlust wieder aufzuholen (was ihm auch mühelos gelingt). An schlafen oder auch nur dösen ist dabei allerdings nicht zu denken. Ich bin schon genug damit beschäftigt den Sitz nicht unbeabsichtigt zu verlassen.
Aber schon bald gibt es den ersten Fotostopp, einen Bahnübergang (was sollte es auch anderes sein bei Armin…). Der Schrankenwärter verzieht sich sofort, angesichts 5 wild schießender Fotografen in sein Häuschen und verbarrikadiert sich dort.

Bahnübergang

Bahnübergang

An unserem nächsten Stopp in Spitak erweckt ein Gefährt des öffentlichen Nahverkehrs unsere Aufmerksamkeit.

Der öffentliche Nahverkehr

Der öffentliche Nahverkehr

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…auch von innen gut erhalten

Vor unserem nächsten Stopp in Vanadzor veranlasst unser botanisch sehr versierter Reiseleiter eine Vollbremsung, da am Straßenrand eine selten Lilienart zu sehen ist.

am Straßenrand

am Straßenrand

In Vanadzor nehmen wir unseren Mittagstee und lichten ganz neben bei noch eine Diva ab. Auf dem Weg zum Auto sorgen wir in einer Bäckerei noch für ein sehr lustiges Fotoshooting.

...

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Weiter geht es in „die Schlucht“ nach Alaverdi. Mitten im Ortskern steht eine Kupferhütte mit einem „interessanten“ Abluftsystem.

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Durch ein Rohr den Berg hinauf und oben frei gelassen, so kommt man zu einem „Vulkan“…

Eigentlich wollen wir aber zu einem Kloster oben am Berg. Hier bekommen wir eine sehr gelungene Einführung in die Bauweise der armenischen Kloster.

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Die Vorhalle der Kirche

Leider beginnt es zu regnen, aber trotzdem besuchen wir noch ein Denkmal in Form eines MIG Kampfflugzeuges. Diese ist glücklicherweise überdacht, so dass wir den plötzlichen Gewitterguss trocken überstehen.

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Auf dem Weg zu unserem Hotel passieren wir wieder die Kupfermine und wieder müssen wir anhalten und das Objekt nun noch einmal in etwas anderem Licht festhalten. Dabei entdecken wir auch noch eine spannende Tankstelle mit einer aus dem Boden wachsenden Zapfpistole. Unser Reiseleiter erträgt es tapfer.

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Aber schließlich kommen wir doch in unserem Hotel an. Ein phantastische Aussicht auf Alaverdi unten in der Schlucht und die Siedlungen oben auf den Bergen in grandiosem Abendlicht lassen uns die Kameras noch nicht weglegen.

Alaverdi am Abend

Alaverdi am Abend

Und vor dem Essen erhalten wir noch eine Einführung in die fachgerechte Herstellung des armenischen Schaschliks durch den Chefkoch des Hauses.

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Nach dem Essen falle ich sofort in einen tiefen Schlaf. Die letzte Nacht fehlt mir doch irgendwie…

Den Reisebericht von Armin findet ihr unter: http://www.bingshiling.de/blog

 

3.5.2016 Armenien – Anreise

Morgens in Giumry

Manchmal fragt man sich ja schon, was man da eigentlich macht. Von Lübeck nach Köln, dort einen Freund treffen, am nächsten Tag einen anstrengenden beruflichen Termin und dann zum Flughafen Köln-Bonn um nach Armenien zu fliegen. Der Flughafen ist eine angenehme Überraschung beim Check-In kann ich mir den Schalter aussuchen – 5 offene Schalter und keine Fluggäste. Auch bei der Sicherheitskontrolle wartet man nur auf mich und so bin ich ruck zuck am Gate. Da ich noch sehr viel Zeit habe kann ich noch ein wenig arbeiten dank eines schnellen und stabilen Hotspots. Pünktlich geht es ab nach Wien, das mich mit heftigen Wind und starkem Regen empfängt. Glücklicherweise ist das Terminal hohl und so kann ich in Ruhe in Richtung meines Gates schlendern und noch einen Happen essen. Ich hatte mich eigentlich auf ein Wiener Schnitzel eingestellt, aber das scheint hier ziemlich unbekannt zu sein und so wurde es dann doch das hier allgegenwärtige chinesische Wok-Gemüse mit Lammfleisch. Als ich etwa eine Stund vor Abflug mein – etwas entfernt gelegenes – Gate G09 erreiche, bin ich dort praktisch allein. Wahrscheinlich will außer mir niemand nach Armenien…
Aber pünktlich zum Boarding um 22.00 Uhr ist es dann doch ziemlich voll und der Airbus A320 ist doch tatsächlich fast ausgebucht. Wir starten pünktlich um 22.20 Uhr bei starkem Wind und Starkregen. Es rüttelt dann auch etwas auf dem Flug, aber nach einem kleinen Nachtmahl auf der Austrian Airlines Maschine – es gibt italienische Pasta- kann ich dann doch noch 2 Stunden mehr oder weniger gut schlafen. Um 03.50 Uhr Ortszeit (+2 Stunden Zeitverschiebung) landen wir in Yerevan und ich bin schon ein wenig aufgeregt, wird alles klappen, läßt man mich einreisen, holt mich jemand ab?
Aber die Einreise ist absolut perfekt. Nachts um diese Zeit sind alle (!) 12 Schalter der Passkontrolle besetzt und mit einem Nummernsystem wird jeder zu dem nächsten freien Schalter geleitet. „Meine“ Grenzbeamtin hat den üblichen, professionell grimmigen Blick, liest in den Stempeln meines Passes wie in einem spannenden Buch. Der türkische Ein- und Ausreisestempel findet ihr Interesse, aber da sie keine Stempel aus Aserbeidschan findet, schenkt sie mir ein kurzes Lächeln und gewährt mir ein dreimonatiges Visum für Armenien. Ohne Probleme durch den Zoll erblicke ich direkt hinter der Ausgangstür schon das Schild „Bingshiling“ – Armin hat an alles gedacht. Eine freundliche etwas englisch sprechende Dame und ein Fahrer nehmen sich meiner an und schon eine knappe halbe Stunde nach der Landung sitze ich im Auto, das mich nach Giumry, der zweitgrößten Stadt Armeniens bringen wird. Ich bin zwar reichlich müde, aber die Dame muss mir unbedingt die in der Dunkelheit liegenden und nicht sichtbaren Sehenswürdigkeiten, sowie den Weg den wir nehmen, erklären. Der Fahrer fährt sehr gewissenhaft. Wir halten an jeder roten Ampel, obwohl wir um diese Zeit das einzige Auto in der ganzen Gegend sind (in Italien wäre das unvorstellbar). Wir verlassen die Stadt und rumpeln über die holprige Straße, immer munter den Schlaglöchern ausweichend. Ganz langsam wird es etwas hell und ich kann die Landschaft erahnen. Endlose baumlose und steinige Hügel und im Hintergrund die Berge des Aragaz (nicht zu verwechseln mit dem Ararat). Die wenige Ortschaften, die wir durchqueren wirken ein wenig wie eine „Lost-Place-Rundfahrt“.
Aber nach knapp 2 Stunden erreichen wir um kurz nach sechs Uhr das Hotel und bevor ich etwas sagen kann, hat die freundliche Dame bereits sowohl den Reiseleiter, als auch Armin aus dem Bett geholt und ich werde freundlich begrüßt.
Armin läßt mich in seinem Zimmer duschen und die Sachen wechseln und um 7 Uhr machen wir einen ersten Spaziergang in den „Lost Place“ hinter dem Hotel. In der Stadt Giumry lebten mal über 350.000 Einwohner, seit dem schweren Erdbeben 1988 sind es nur noch knapp 150.000. Viele Häuser sind immer noch eingefallen (und werden teilweise trotzdem noch bewohnt). So auch das ehemalige Fabrikgelände hinter unserem Hotel. Ein alter Kran und eine Förderanlage erwecken unsere Aufmerksamkeit und werden inspiziert. Entferntes Hundegebell stört uns nicht weiter, bis plötzlich 3 mannshohe kaukasische Schäferhunde bellend vor mir stehen. Ganz ohne Sprachkenntnisse ziehen wir uns diskussionslos zurück. Der Lärm hat aber den Besitzer der Hunde auf uns aufmerksam gemacht und er steht plötzlich gestikulierend vor uns. Wir sollen wohl das Gelände sofort verlassen. Wir zeigen uns reumütig und orientierungslos und so werden wir dann doch freundlich aber bestimmt zum Ausgang geleitet.  Nun aber zurück zum Hotel und frühstücken und den Rest der Gruppe kennen lernen.

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Erdbebenopfer von 1988

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Da müssen wir hin…

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Unser Hotel… mit unserem Transportmittel für die nächsten Tage… ehem… das rechte natürlich.

22. – 26.2.2016 so schnell vergeht eine Woche…

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Obwohl das Leben in Venedig sehr viel ruhiger abläuft, vergeht die Zeit für uns wie im Fluge. Es gibt immer wieder neue Dinge zu endecken. So werfen wir am Montag einen Blick auf die Gondelwerft in Trovaso. Hinein lässt man uns verständlicherweise nicht, da in der engen Werkstadt schon die Handwerker kaum Platz finden.

Stapellauf nach Reparatur

Stapellauf nach Reparatur

Wir ziehen dann weiter ins Opernhaus Fenice. Nach einen großen Brand komplatt neu – im alten Stil – wieder aufgebaut, bietet es eine Menge Motive. Teilweise doch eine echte Herausforderung für den Weißabgleich.

alt und doch neu

Opernhaus Fenice – alt und doch neu

 

Deckenbeleuchtung...

Deckenbeleuchtung…

Auch den Campanile am Markusplatz müssen wir noch erobern und den Blick auf Venedig von oben genießen.

Markusplatz von oben

Markusplatz von oben

Den Dienstag beginnen wir mit einem Aufstieg auf einer Wendeltreppe, die Rosemarie gefunden hat. Und wieder schauen wir über die Dächer Venedigs, diesmal auch auf den Campanile.

Wendeltreppe

Wendeltreppe

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…über den Dächern Venedigs

Den Rest des Tages schlendern wir durch die Gassen.

die richtige location für ein shooting

die richtige location für ein shooting

immer wieder spannende Details

immer wieder spannende Details

Ich bin auf der Suche nach einem ganz bestimmten Motiv, ein Kanal mit einer Brücke die man durch einen Torbogen sieht. Und dann am besten noch eine Gondel, die unter der Brücke hervorschaut.

fast mein Motiv...

fast mein Motiv…

Leider finde ich nicht die passende Stelle, bis ich das Foto in einem Geschäft sehe und Alfred sofort sagt, ich weiß wo das ist. Sehr versteckt finden wir das Motiv dann an einer Stelle wo ich wohl nie gesucht hätte. Und die nächsten Tage werden wir noch mehrmals hierher zurückkehren.

erster Versuch mit wenig Licht und Niedrigwasser

erster Versuch mit wenig Licht und Niedrigwasser

Am Mittwoch geht es nach Burano. Da Elke und ich schon häufiger dort waren zieht es uns direkt weiter nach Torcello, einer kleinen insel unweit von Burano. Hier gibt es eigentlich nur einen Weg, eine Handvoll Häuser und eine Kirche mit Campanile. Dafür aber jede Menge Motive. Gleich die erste Brücke kommt mir sehr bekannt vor, aber erst am nächsten Tag endecke ich warum.

die bekannte Brücke

die bekannte Brücke

Die Auflösung heiß Henri Cartier-Bresson.
Auch der Campanile von Torcello muss bestiegen werden, hier allerdings zu Fuß und nicht mit dem Aufzug wie am Markusplatz. Dafür wirden wir mit einem atemberaubendem Blick auf dioe Lagunenlandschaft belohnt und sind dort oben fast allein.

Lagunenlandschaft - hier mit Blick auf Burano

Lagunenlandschaft – hier mit Blick auf Burano

Zurück geht es nach Burano und natürlich in die „ein oder andere“ Bar. Der Sonnenuntergang ist leider etwas schwach und so lassen wir die blaue Stunde auf Murano ausfallen.


Der Donnerstag beginnt an „unserer gefundenen location“ und nachdem alle einige erfoglreiche Versuche die Gondel zum richtigen Zeitpunkt zu erwischen absolviert haben geht es wieder auf Schlendertour.

jetzt mit ewas mehr Licht und Hochwasser

jetzt mit ewas mehr Licht und Hochwasser

An Motiven gibt es ja kein Mangel. Und heute zeichnet sich sogar so etwas wie ein Sonnenuntergang ab und so machen wir uns zum Abschluss auf nach Giudecca und San Gorgio und kommen so doch noch zu unseren „Stimmungsbildern“.


Auch am letzten Tag zieht es uns wieder zu „unserer location“ und heute kommen die Gondeln fast im Minutentakt. Aber dann heißt es Souverniers kaufen und am Nachmittag ab zum Flughafen und zurück nach Deutschland.
Eine enspannte Woche in dieser wunderbaren Staadt geht zu Ende und wir waren bestimmt nicht zum letzten Mal dort.

 

20. und 21.2.2016 ankommen…

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Knallblauer Himmel und Tagestemeperaturen von 12 bis 14 Grad. Die Sonne zaubert tolle Spiegelungen in die Kanäle. Es ist Wochenende, die Menschen sind gut gelaunt und die Cafès (Straßencafès kann man hier wohl nicht sagen) sind voll. Wir verabreden uns zu ausgedehnten Spaziergängen. Am Samstag Dorsoduro und am Sonntag Cannaregio und das jüdische Viertel – mehr nicht. Runterkommen, ankommen – den entspannten Rhythmus dieser Stadt ohne die Hektik des Straßenverkehrs einfach auf sich wirken lassen.

Die Sonne genießen...

Die Sonne genießen…

 

typisch Venedig

typisch Venedig

 

Gondola

Gondola

 

Tabbacchi

Tabbacchi

Hier einen Espresso in einer kleinen Bar, dort ein Spritz in der Sonne am Kanal und immer wieder verweilen, schauen und beobachten die alten Menschen im feinen „Sonntagsstaat“, die Kinder beim Spielen, die Studenten beim Diskutieren. So macht das Leben Spaß. Und die Motive muss man nicht suchen, sie sind einfach da.

ein Cafe, ein Campari

ein Cafe, ein Campari

 

Vino

Vino

Der erste leichte Sonnenbrand stellt sich dann natürlich auch ein. Am Sonntag Abend noch eine wenig Abendstimmung auf dem Markusplatz und am Dogenpalast und wir sind endgültig angekommen.

Santa Maria della Salute

Santa Maria della Salute

19.02.2016 Auf nach Venedig…

Typisch Venedig

In Hamburg bei Nieselregen starten, in Frankfurt bei Schneeregen umsteigen und in Venedig bei strahlendem Sonnenschein ankommen. Das ist doch mal sehr schön.
Am Gate in Hamburg treffen wir Antje und Anne und dann kann es losgehen. Freundlicherweise hatte uns die Lufthansa den ersten, nagelneuen A320 NEO für den Flug nach Frankfurt zur Verfügung gestellt. Kurzer Testbericht: Fliegt genauso wie alle anderen Airbus A320, sieht von innen genauso aus, die Treibwerke sollen deutlich leiser sein, machen aber dafür ein sehr unangenehmes Geräusch.

A320 NEO
Aber wir sind trotz verspätetem Abflug pünktlich in Frankfurt angekommen und hatten so genug Zeit zum Umsteigen. Alfred gesellt sich in Frankfurt zu uns und in Venedig treffen wir dann auf Renate, die aus München eingetroffen ist. Nun fehlt nur noch Rosemarie, die gestern schon angereist ist.
Venedig empfängt uns mit Temperaturen um die 12 Grad und Sonne. Es sind allerdings noch ein paar mehr Leute auf die Idee gekommen nach Venedig zu fahren. Das Boot vom Flughafen in die Stadt ist rappelvoll, aber es bringt uns sicher an unser Ziel.
Nach dem CheckIn im Hotel geht es erst einmal Kaffee trinken. Das ist ja das schöne an Italien, es ist unmöglich einen schlechten Kaffee zu bekommen. Und nach Nieselregen und Schneeregen draußen zu sitzen Kaffee zu trinken und dem Treiben zuzusehen ist einfach toll.

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Ein kleiner Spaziergang in der Gegend um das Hotel um ein wenig die Atmosphäre zu schnuppern und sich an den Lebensrythmus ohne Autoverkehr gewöhnen ist einfach herrlich. Und den tollen Abschluss dieses ersten Tages bildet ein leckeres Abendessen im Trovaso.
Das wird eine tolle Woche.

Typisch Venedig

Abendlicht

3.9.2015 Georgien – Nachtrag Rückreise

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Eigentlich konnte ja nichts mehr passieren…
Wir sind pünktlich wieder am Hotel und der Shuttle hat uns um 15 Uhr am Flughafen Batumi abgeliefert. Unser Flug geht um 17.05 Uhr und der Flughafen ist „sehr übersichtlich“, es gibt nur ein Gate, was bei 3 bis 5 Maschinen am Tag auch ausrreicht. Die Turkish Airlines aus Instanbul landet pünktlich, wir steigen ein und kommen auch überpünktlich wieder weg. Alles prima, denn in Istanbul haben wir nur 65 Minuten zum umsteigen.

Wir überfliegen die Innenstadt und den Flughafen von Istanbul und es geht immer weiter Richtung Westen. Nach endlosen 12 Minuten dreht das Flugzeug endlich um, wir haben wohl einen Landeslot erhalten und es geht nun denselben Weg wieder zurück. So setzen wir mit 25 Minuten Verspätung auf. Dann heißt es allerdings „Schlange stehen“, denn es ist kein „Parkplatz“ frei… Meter für Meter kämpfen wir uns vor. Man teilt uns schon mal unser Abfluggate mit… 501… hört sich weit weg an. Endlich erhalten wir einen Außenparkplatz. Bis alle so aus der Mschine und im Bus sind und dieser dann das Terminal erreicht ist es 19.00, hui das wird knapp. Abflug ist 19.10, aber die werden wohl ein paar Minuten warten können…

Gate 501 ist tatsächlich diagonal gegenüber auf der anderen Seite des Riesenterminals. Wir eilen durch die Gänge, müssen zu allem Überfluss auch noch eine Sicherheitskontrolle passieren und erreichen dann doch durchgeschwitzt und außer Atem um 19.11 Uhr das Gate 501. Hier ist allerdings niemand mehr, ein Fluggast, kein Personal, keine Anzeige, nur Leere. Der einzige Fluggast erklärt uns, dass das Gate bereits vor 20 Minuten geschlossen wurde und die Maschine bereits gestartet ist.

OK, nicht zu ändern, also zum Transferdesk von Turkish Airlines und wo ist der… na klar… da wo wir angekommen sind. Super! Also wieder einmal diagonal durch das Terminal, diesmal allerdings etwas gemächlicher. Dort ist zum Glück nicht viel los. Der Mitarbeiter schaut wortlos auf unsere Boardingpässe, tippt auf seinem Computer und erklärt: „Heute geht es nicht mehr nach Hamburg, aber morgen in der Maschine 8.40 Uhr könnte ich sie noch unterbringen.“ Nach wenigen Minuten erhalten wir neue Boardingpässe für morgen früh. „Das Gepäck habe ich schon umgebucht, brauchen Sie sich nicht mehr drum zu kümmern.“ Aha? Und nun? Wo können wir heute Nacht bleiben? „Melden Sie sich am Hoteldesk von Turkish Airlines, durch die Passkontrolle und den Zoll und dann rechts, die wissen Bescheid.“

Also wieder marschieren, durch die Passkontrolle (mit Einreisestempel), durch den Zoll und dann rechts… hmm… ach da… wir reihen uns brav in die Reihe der gestrandeten Passagiere ein.

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Nach einer guten halben Stunde sind wir dran. Man nimmt unsere neuen Boardingpässe und tippt wieder eifrig auf dem Computer und dann heißt es: „Setzen Sie sich da ins Starbucks, Sie werden aufgerufen“. Und tatsächlich werden wir mit einigen anderen Passagieren nach einer guten halben Stunden aufgerufen, erhalten unsere Boardingpässe zurück und werden aus dem Flughafengebäude gebracht und in einen kleinen Bus verfrachtet. Inzwischen ist es fast 21 Uhr. Nach 30 minütiger Fahrt erreichen wir ein Hotel, wir werden wieder gebeten zu warten bis wir aufgerufen werden. Nach kurzer Wartezeit erhalten wir die Schlüssel für die Zimmer, werden aber gebeten direkt ins Restaurant zu gehen, damit man uns noch etwas zu essen machen könne. Es gibt ein leckeres 3-Gänge-Menü auch auf Kosten von Turkish Airlines.

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Da wir ziemlich müde sind geht es dann auch direkt aufs Zimmer… eine riesengroße Suite im 11. Stock für eine „Notfallübernachtung“… nicht schlecht. Leider wird es eine kurze Nacht, da wir bereits um 5 Uhr abgeholt werden. Und dann klappt auch alles ganz hervorrragend. Am Gate natürlich das für den Istanbuler Flughafen übliche Chaos.

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Aber wir kommen fast pünktlich weg, landen pünktlich in Hamburg und… oh Wunder… sogar unser Gepäck ist dabei. Es hat uns sehr beeindruckt, wie ruhig und professionell Turkish Airlines die Situation geregelt hat.

Wir sind ganz offenbar nicht so der geeignete Typ für normales, unkompliziertes Reisen…

1.9.2015 Georgien – Batumi

Batumi im Überblick

Nach einem geruhsamen Tag in Tbilisi, gerade richtig um sich von dieser faszinierenden Stadt zu verabschieden, geht es am Samstag früh um 8.45 mit dem Expresszug nach Batumi ans Schwarze Meer. Der Großraumwagen ist sehr bequem, angenehm klimatisiert, mit WLAN und Steckdosen ausgestattet und es gibt für jeden eine Flasche Wasser und etwas Lektüre. Bei einem Fahrpreis von umgerechnet 15,30 € für die gut 350 km lange Fahrt machst das richtig Spaß. Geschwindigkeitstechnisch ist allerdings noch etwas „Luft nach oben“. Wir benötigen gut fünf ein halb Stunden für die Strecke. Aber wir kommen sehr entspannt und ausgeruht an, eine kurze Taxifahrt und wir sind im Hotel. Die letzten Tage Erholung am schwarzen Meer können beginnen.

Batumi ist wirklich ganz anders als Georgien sonst. Moderne Hochhäuser, 8 km großzügig ausgebaute Strandpromenade zum flanieren, schattige Parks, Unmengen an Restaurants, liebevoll restaurierte alte Häuser, aber auch noch marode Häuser mitten drin. Und es gibt natürlich auch den typisch georgischen Markt. Hier verteile ich noch einige Bilder, die ich vor zwei Jahren gemacht hatte.
Das Wetter ist etwas „heimtückisch“. Es ist tropisch feucht-warm, so um die 28 Grad. Und es regnet meist einmal am Tag und zwar immer dann wenn wir mit dem Frühstück fertig sind. Und so gibt es zunächst meist eine Fortsetzung des Frühstücks auf einer „Piazza“ (sieht wirklich aus wie in Italien) mit einem „Americano“. Aber nach dem Regen ist es immer trocken und so sind diese Tage sind ein wirklich gelungener und entspannter Abschluss unserer Reise.

28.8.2015 Georgien – Tbilisi und Kasbek

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Pünktlich um 10 Uhr steht Dato (David) mit dem Sprinter vor unserem Hotel in Sighnaghi. Wir kennen Dato schon vom letzten Jahr. wo er uns mit dem Transit nach Kasbeg und zurück gebracht hatte.
Entspannt machen wir uns auf den Weg nach David Gareji (das Kloster in der Wüste). Vorher machen wir noch einen Stopp in Ninotsminda bei Sagarejo. Hier gibt es ein kleines Frauenkloster mit einer Kirchenruine. Diese Kirche wurde im Grundriss von 6 Blütenblättern gebaut, was einmalig für Georgien ist. In dieses Kloster verirren sich nur sehr selten Touristen und die beiden Nonnen, die wir gesehen haben, waren sehr freundlich aber auch überrascht, dass deutsche Touristen hierher kommen. Ich habe diesen Ort der Ruhe und Besinnlichkeit sehr genossen und habe mir in dem kleinen Kirchenshop einen Silberring gekauft, denn die Nonnen gefertigt haben. Ich trage eigentlich keine Ringe aber dieser fühlt sich auch jetzt nach einigen Tagen immer noch sehr „angenehm“ an. Vielleicht liegt ja doch eine Art von heiligem Zauber auf ihm…

JMF34306Im Nonnenkloster von Ninotsminda

Wir verlassen das fruchtbare Kachetien und die Landschaft ändert sich innerhalb weniger Kilometer in eine Steppe. Da es die letzten Tage häufiger geregnet hat, ist die Steppe nicht so trocken wie erwartet. Es finden sich sogar einige grüne Fleckchen.

Wir stoppen in dem Ort Udabno mitten in der Steppe. Hier wurden in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts Menschen aus der Hochgebirgsregion (!!) Svanetien angesiedelt. Ihr Dorf war durch ein Erdbeben unbewohnbar geworden und die sowjetische Regierung wollte das wehrhafte Volk gern dort an der Grenze nach Aserbeidschan ansiedeln, um einem „Einmarsch“ der Aserbeidschaner in diese sonst menschenleere Gegend vorzubeugen. Nach der Unabhängigkeit Georgiens zogen die meisten Menschen weg und das Dorf war fast leer. Heute ist das Dorf aber wieder mehr und mehr bewohnt und es gibt inzwischen einen kleinen Laden, ein Hostel (von Polen betrieben) und es gibt Betrieb in der riesigen Schule, auch wenn es jetzt noch die letzen Ferientage sind. Wir haben in der Turnhalle und einem Klassenraum gesehen unter welchen „rustikalen“ Bedingungen hier gelernt wird. Leider hat uns eine Lehrerin dann aus der Schule „hinauskomplimentiert“. Auch ein Telefonat mit dem Rektor konnte sie nicht umstimmen. Es war einfach zu unheimlich, dass hier 4 deutsche Fotografen rumliefen und möglicherweise über den schlechten Zustand der Schule berichten.

JMF34326Klassenzimmer in Udabno

Die Kinder fanden die Fotografen allerdings sehr interessant und wir kamen nicht weiter ohne ein paar Sofortbilder da zu lassen.

JMF20016Nach dem Shooting…

Kurz darauf erreichen wir David Gareji. ein mehr als tausend Jahre altes Höhlenkloster mitten in der Steppe im Grenzgebiet zu Aserbeidschan. Der Grenzverlauf ist hier etwas strittig und um die oberen Höhlen zu sehen muss man seinen Fuss wohl auch mal auf das Gebiet von Aserbeidschan setzen. Da das Verhältnis der beiden Länder zueinander aber aktuell recht entspannt ist, hat man nichts zu befürchten, auch wenn sich mal der ein oder andere Grenzer sehen lassen sollte.
Wir blieben unbehelligt und haben uns die Höhlen nach 45 minütigem steilem Aufstieg in Ruhe anschauen können. Ich war schon häufiger hier, aber der Anblick fasziniert mich immer wieder.
Es war dieses mal fast menschenleer hier oben. Nur eine Schweizerin mit ihrer georgischen Übersetzerin. Sie war auf der Suche nach einer bestimmten Freske, aber auch Lasha kannte diese nicht. Aber er erforschte sofort die oberen Höhlen und fand sie. Mit etwas Kraxelei kamen wir langsam hinterher und auch ich hatte diese Höhle  noch nie gesehen. Malereien in fantastischem blau.

JMF34339Fresken in David Gareji…

Auf dem Weg zum Abstieg tauchte dann plötzlich unmittelbar vor / über uns ein Schmutzgeier auf. Nicht einfach zu fotografieren aber ein, zwei Aufnahmen gelingen uns dann doch.

 

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Auf dem Rückweg sahen wir noch viele dieser riesigen majestätischen Vögel kreisen, mal mal weiter entfernt, mal in der Nähe aber leider nie mehr so dicht.Aber einige schöne Abendstimmungsfotos gelangen uns noch.

JMF19287Blick nach Aserbeidschan

JMF20021David Gareji

Am Dienstag starten wir wie gewohnt nach dem Frühstück – heute nach Asureti einen Dorf deutscher Siedler aus dem 18. Jahrhundert. Damals hieß es Elisabethtal. In der Dorfstraße sind die Fachwerkhäuser mit den Dachschindeln teilweise noch gut zu sehen. Es gibt auch einen alten deutschen Friedhof mit vielen schwäbischen Namen.

JMF34367Schaffe, schaffe Häusle baue…

Hier treffen wir uns mit Sasha (mit ihm war ich im Juli unterwegs) und er hat die Idee bei ihm Tee und einen Melone zur Stärkung zu nehmen und dann nach Samshvilde zu fahren. Es sind die Überreste einer mindestens 3000 Jahre alten Stadt. Alte mit Steinen gepflasterte und von Steinwällen eingefasste Straßen, Wehranlagen und Monolithe. Im Mittelalter wurden hier dann christliche Symbole wie Gräber, Kirchen und auch eine Art Palast oder Schloss „drüber“ gebaut. So findet sich hier eine auch heute noch genutzte kleine Kirche mit einem uralten Monolithen im Innenraum. Die Anlage liegt auf einen lang gezogenen Bergrücken zwischen zwei tiefen Schluchten und bietet so Schutz vor den Feinden und uns tolle Ausblicke.

JMF34402Ausblick in die Schlucht…

JMF34406Vermutlich eine Zoolstation, links ein Monolith

JMF34391Bearbeitete Steine in den endlosen Mauern

JMF34384Ein Monilith in der Kirche

JMF34397Reste des Schlosses

Im Tal unter uns kreisen die Adler, leider zu weit weg für ein gescheites Foto.
Schade nur, das Georgien nicht so viel Interesse an einer Erforschung dieser Anlage hat. Das meiste ist mit Gras und Sträuchern verwildert.
Es war aber ein toller Ausflug, den uns Sasha da ermöglicht hat und wir kehren erst spät zurück in unser Hotel.

Am Mittwoch geht es nun wieder in den großen Kaukasus nach Norden. Leider regnet es und der Himmel ist wolkenverhangen. Trotzdem machen wir einen Fotostopp an der Ananurifestung und in Pasanauri an einem Platz mit alten Autos. Dort will der Besitzer aber Geld fürs Fotografieren haben und so ziehen wir weiter. Kurz vor dem Kreuzpass (rd. 2500m) machen wir eine kleines Picknick am Denkmal für die russisch- georgische Freundschaft, das im dichten Nebel vor uns liegt.

JMF34429Denkmal im Nebel

JMF34433Stepantzminda in der Nähe der russischen Grenze

Auf der anderen Seite des Passes wird die Sicht etwas besser und es hört auch auf zu regnen. So können wir noch ein Paar Fotos an der russischen Grenze machen, bevor wir in unserem Familienhotel Quartier nehmen. Es ist mit 11 Grad inzwischen sehr kalt und so geht es früh ins Bett.

Der Donnerstag begrüßt uns mit blauem Himmel und einem schönen Blick auf den 5047m hohen Kasbek. Wir mieten uns einen Delcia und planen das Sno-Tal und das Trussotal zu erforschen.
Nach dem Frühstück geht es zunächst nach Sno und dann weiter ins Tal bis nach Juta. Eine tolle Landschaft und mit dem blauen Himmel und einigen kleinen Wölkchen einfach gut für Postkartenfotos. Den Nachmittag verbringen wir im ebenso schönen Trussotal und am späten Nachmittag geht es dann zurück nach Tbilisi.

JMF19344Kasbek mit Wehrturm… 5047m

JMF34470Kasbek ohne Wehrturm, dafür mit Dorf und Kuh

JMF19348Snotal bei Juta

JMF19394Trussotal bei Ketrisi

Auf dem Weg zum Abendessen treffen wir dann noch zufällig den Patriarchen von Georgien. Er war allerdings sehr beschäftigt.

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Den Freitag werden wir in Tbilisi verbringen, bevor wir am Samstag zu unserer letzten Station Batumi am schwarzen Meer aufbrechen.