3. – 14.4.2018 (Teil1) Georgien – unterwegs mit Lasha


Viele schöne Ort hat mir Lasha Shalamberidze bereits in deiner Heimat gezeigt, zahlreiche Shootings organisiert  und viele Kontakte ermöglicht. Zeit für einen Gegenbesuch in Deutschland zu dem ich Lasha eingeladen habe. Aber irgendwie wollte es nicht so recht klappen, daher beschloss ich kurzerhand im April nach Tbilisi zu reisen, dort ein paar Tage zu verbringen und Lasha dann einfach mitzubringen.

feuchter Start

Und so saß ich am 4. April bei typisch Hamburger Regenwetter im Flugzeug nach Istanbul und dann weiter nach Tbilisi. Dort wurde ich natürlich von Lasha empfangen und er erklärte mir auch direkt seine Pläne für die nächsten Tage – volles Programm. 

Nun war das mit dem Erklären so eine Sache. Lasha spricht georgisch und russisch, ich spreche deutsch, englisch und norwegisch. Die Schnittmenge war also relativ gering. Aber es gibt ja eine tolle Technik – google translate. Wir hatten bei unseren letzten Begegnungen – bei denen meist ein Übersetzer dabei war – schon herausgefunden, dass englisch – russisch – englisch die am besten funktionierende Variante war. Und so starteten wir schon auf der Fahrt vom Flughafen in die Stadt unser neues Ritual: Ins Telefon sprechen, Übersetzung abwarten, dem anderen zeigen. Abwarten bis die Antwort in das andere Telefon gesprochen ist, die Übersetzung abwarten und dann ablesen. Das geht erstaunlich gut und mit ein wenig Übung kann sich so auch unterhalten. Nun spricht Lasha ein paar wenige Worte englisch und diesen Wortschatz haben wir in den dann folgenden Tagen kontinuierlich ausgebaut. So hatten wir sehr bald unsere vollkommen eigene Sprache, eine geniale Mischung aus Englisch, Deutsch, Georgisch und Google Translate. 

Für den nächsten Tag hatte Lasha natürlich sofort ein Shooting organisiert. Mit Salome ging es bei allerbestem Wetter in ein Wald- und Seengebiet am Stadtrand von Tbilisi. Hier verbrachten wir paar schöne Stunden. Ich bin zwar nicht so routiniert wie Lasha, aber trotzdem habe ich auch ein paar schöne Bilder hinbekommen. Ein leckeres Abendessen in den „11 Katkha“ den 11 Bierkrügen rundete den Tag ab.

Am nächsten Morgen hieß es für aufstehen. Um halb acht holte mich Lasha im Hotel ab und es ging nach Batumi, knapp 400 km einmal der Länge nach durch Georgien. Was da genau passieren sollte war mir nicht ganz klar und wirklich verstanden habe ich es bis heute nicht. Es war dann letztlich so eine Art Pre-Wedding oder After-Wedding Shooting bei dem Lasha einige Photos machen sollte/wollte. Aber der Reihe nach…

Out of Tbilisi

Out of Tbilisi ohne rushhour

Zunächst ging es super schnell durch die Stadt, denn Georgien erwacht gewöhnlich erst gegen 10 Uhr, also keine Rushhour und so waren wir schnell auf der Autobahn Richtung Westen. In Khashuri ein erster Stop an der Brotstraße, denn ich brauchte dringend eine Frühstücksergänzung. Und hier gibt das merkwürdige Phänomen, dass auf rund 3 km der Straße sich eine Bäckerei an die andere reiht und alle dieselbe Brotsorte verkaufen – angepriesen von mit Brot winkenden Damen.

Brotstraße

Brotstraße

Wie diese – geschätzt –  mindestens 100 Bäckereien alle überleben, werde ich nie begreifen. Aber ich kam so zu einem leckeren, noch warmen Rosinenbrot.  Den Kaffee dazu gab es dann auf der anderen Seite der Berge in Zestafoni. Viel Zeit haben wir nicht vertrödelt, ich hatte den Eindruck Lasha hatte es irgendwie eilig.

Und so trafen wir gegen 14 Uhr in Batumi ein. Ich dachte nun hier warten nun schon diverse Leute auf uns, aber nein – keiner da. Auch unsere Zimmer waren noch nicht bezugsfertig und so hatten wir zunächst Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang an der gut 6 km langen Strandpromenade.

Schließlich waren unsere Zimmer fertig, ich hatte ein 1-Zimmer-Appartement im 13. Stock und vom Balkon eine nette Aussicht auf die Berge Adjariens, andere Hochhäuser und sogar das Meer.

Panoramablick aus dem 13.

Panoramablick aus dem 13.

Da sich immer noch kein Kontakt zu dem Brautpaar herstellen ließ, hatten wir Zeit für einen weiteren Stadtbummel und ein Seilbahnfahrt auf den Hausberg. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang waren wir aber wieder am Strand, auch für einen möglichen ‚location-check‘ für das Shooting morgen. Inzwischen war mir nämlich klar geworden, dass das Shooting erst morgen sein wird. Warum wir also unbedingt vor dem Frühstück starten mussten… nun ja.

Nach Sonnenuntergang trafen wir uns dann mit Freunden von Lasha. Tamuna, ein weiterer Lasha und Tengo waren aus Adjarien angereist und wir hatten einen sehr netten Abend bei Katschapuri (warmes Käsebrot) Forelle und Bier. Die Kommunikation war diesmal deutlich einfacher, da alle drei englisch sprachen und Tengo sogar ein wenig deutsch.

Der nächste Tag begann mit einem Frühstück bei Mc Donalds, da unser Appartementhaus  kein Frühstück bereit hielt, aber Cheeseburger und Kaffee geht ja auch.

Danach setzen wir das Warten fort, irgendwie scheint es schwierig zu sein, verbindliche Absprachen hinzubekommen, aber dann geht es plötzlich ganz schnell. Ab ins Auto, in einem Hotel noch schnell einen Videographen einladen und dann dem Brautauto hinterherfahren. Dachte ich zuerst noch wir shooten in einem der Parks der Stadt, stellte sich nun heraus, dass es in einem Nationalpark passieren soll – ein gute Stunde Autofahrt. Die Georgier fahren eben gern mit dem Auto. Eigentlich kann man in den Nationalpark nicht hineinfahren, aber natürlich gibt es Ausnahmen und so folgen wir der schicken schwarzen Limousine die kurvenreiche Strecke in die Bergen. Plötzlich stoppt die Kolonne, Braut und Bräutigam steigen aus und gehen zu Fuß weiter – der Braut ist unwohl. So folgen dem spazierendem Brautpaar die schwarze Limousine und zwei weitere Fahrzeuge mit Fotografen im Schritttempo. Das sieht sicher herrlich aus.

Aber schließlich erreichen wir die Rangerstation und hier warten bereits: 2 Ranger, 3 Männer eines Chors, ein Bauernjunge mit einem Pferd und diverse Leute, die ich nicht zuordnen kann aber irgendwie zum Bräutigam gehören.

Und dann geht es auch schon los, erste Bilder mit der Braut werden gemacht, die Drohne fliegt, der Videograph ist auch am arbeiten, man versucht sich gegenseitig möglichst nicht im Wege zu stehen. Dann kommt der Bräutigam – inzwischen in georgischer Tracht – auf dem Pferd gemächlich angeritten und der Männerchor singt dazu, Romantik pur. Er singt seiner Braut das traditionelle Lied ‚Suliko’ vor. Die Gitarre ist nur Deko, aber der Gesang ist echt. Und dazu klicken die Kameras und schnurrt die Drohne.

Nach gut 2 Stunden ist alles vorbei, ein romantisches Hochzeitsshooting ohne Gäste. Die Kameras und das Licht werden eingepackt, die Braut reitet auf dem vom Bauernjungen geführten Pferd (wegen der kurvenreichen Straße), der Bräutigam geht nebenher, die schwarze Limousine und zwei weitere Fotografenautos folgen im Schritttempo die Straße hinab. Nach einigen Überholmanövern kommen wir schneller voran und erreichen am frühen Nachmittag wieder Batumi. 

Nun heißt es für Georgier und damit auch für mich: Erst einmal essen! Und es ist in Georgien wirklich kein Problem zu jeder möglichen und unmögliche Tages- und Nachtzeit eine reichhaltige warme Mahlzeit zu bekommen.

Zum Sonnenuntergang soll noch ein weiteres Shooting stattfinden. Die ‚location’ hatten wir ja schon ausgesucht. Der Sonnenuntergang ist für 19.45 Uhr angekündigt. Alle sind rechtzeitig vor Ort – nur das Brautpaar nicht, es kann die ‚location‘ nicht finden. Die Sonne läßt davon aber nicht abhalten unter zu gehen, während hektisches Telefonieren beginnt. Irgendwie kommt man dann doch zusammen und das romantische Sonnenuntergangsshooting kann beginnen. Fotograf, Videograph und Drohnenpilot sind in vollem Einsatz und so wird alles gut.

Alle Beteiligten sind dann aber plötzlich irgendwie verschwunden und so bringen wir auch unsere Ausrüstung ins Auto und beschließen den Tag mit ein paar schönen Nachtaufnahmen vom fast fertigen Courtyard Hotel.

Morgen werden wir dann zurück nach Tbilisi fahren.

– Wird fortgesetzt – stay tuned

Kategorien:Reiseberichte

1 Kommentar

  1. Ein kurzweiliger Bericht über eine uns doch recht fremde Welt. Nur so viel: Ich freue mich auf die weiteren Teile der Aktion ! Und bei mir verfestigt sich der Eindruck: Georgien ist (mindestens) eine Reise wert.

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