4. – 15.3.2018 Im Licht des Nordens


Du fährst auf die Lofoten? Toll, natürlich wegen des Nordlichtes! Das war die häufigste Reaktion, wenn ich von meinen Plänen berichtete. Aber nein, deswegen nicht. Nordlicht ist atemberaubend zu erleben und ich würde keine Gelegenheit auslassen es zu sehen, aber ein Foto kann das nicht wirklich einfangen. Aber warum dann auf die Lofoten? Es ist das Licht schlechthin. Selbst mittags gibt es lange Schatten, wenn die Sonne scheint. Aber auch die dunklen Wolken, die der Wind über das Wasser treibt, sonnige Phasen im Wechsel mit Schneetreiben… Wie heißt es so schön dort im Norden: Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte 10 Minuten.

So machten Thorsten und ich uns am Sonntag auf den Weg dieses Licht zu erleben. Hamburg – Oslo und dann Oslo – Evenes. Nur wenige Stunden nach dem Start in Hamburg nehmen wir unseren Mietwagen in Empfang und fahren die wenigen Kilometer bis Harstad auf den Vesterålen, unsere ersten Übernachtung, da wir nicht gleich mit einem Kilometermarathon starten wollten.

Der Morgen begrüßt uns mit einem tollen Sonnenaufgang und trotz der -10 Grad hält es uns nicht mehr im Hotel. Das nordgehende Hurtigruten Schiff kommt um 6:45, bleibt bis 7:45 um dann dem südgehenden Hurtigruten Schiff Platz zu machen. Motive also ohne Ende.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf zu unserer ersten Station „Svolvær“. Wir entscheiden uns für die Nebenstrecke, denn hier gibt es eine Fährüberfahrt. Früher waren die Lofoten nur per Fähren zu erreichen. Vom Festland bis zum letzten per Straße erreichbaren Ort ‚Å’ waren es mehr als 20 Überfahrten. Heute läßt sich Å dank Brücken und Tunnel ganz ohne Fähren erreichen.
Die Route aber lohnt sich, denn es gibt so viel zu sehen, dass wir kaum vorankommen. Schließlich landen wir dann aber doch endlich auf den Lofoten und unserem mitten im Hafen gelegenen Hotel.

Von Svolvær aus erkunden wir den westlichen Teil der Lofoten. Und wir immer noch stabiles sehr gutes Wetter haben, beginnen wir gleich mit einem Highlight. Wir fahren mit dem Regionalbus nach Norden nach Stokkmarknes und steigen dort auf das Hurtigrutenschiff M/S Kong Harald, um durch den traumhaft schönen Raftsund zurück nach Svolvær zu fahren. Trotz eisiger Kälte und reichlich Wind zieht es uns immer wieder nach draußen auf das Vorschiff, um alles abzulichten. Es wird zwar der Beginn einer dicken Erkältung, aber es hat sich gelohnt.

Die nächsten Tage verbringen wir in der Umgebung von Svolvær. Neben den „Klassikern“ wie Hennigsvær, Gimsøy, Sildpollen und dem Raftsund (der Gegenschuss von der Brücke) finden wir ein Menge kleiner Ecken die ebenfalls einen Besuch lohnen und noch nicht so von Fotografen „heimgesucht“ werden.

Nach einigen Tagen ziehen wir weiter nach Westen. Wir nehmen Quartier in Leknes und sind damit nur 15 Minuten Fahrzeit von den klassischen Ort für Sonnenuntergänge, Uttakleiv und Unstad entfernt. Wir wollen diese Ort mehrmals aufsuchen und hoffen auf unterschiedliche Lichtstimmungen. Die Lofoten sind inzwischen ein beliebtes Reiseziel für Fotoenthusiasten. Mindestens ein Drittel der Gäste in unserem Hotel rennt mit Kamerarucksack und Stativ herum. Da es im März jedoch schon recht lange hell ist (schlecht für Nordlicht – aurora borealis) nimmt die Zahl der Fotografen jetzt stetig ab. Habe ich den Strand in Uttakleiv im Februar schon durchaus einmal mit 60 – 70 anderen Fotografen geteilt, sind wir jetzt so 10 bis 20 Sonnenuntergangsbegeisterte.

Auch im Westen der Lofoten haben wir natürlich die Klassiker besucht, Nusfjord, Hamnøy, Reine, Å, Flakstad. Aber auch hier haben wir zahlreich neue und weniger bekannte Orte gefunden, die uns in ihren Bann gezogen haben. Man kann eigentlich fast überall anhalten und findet sofort Motive.

Wir haben viele tolle Landschaften und Motive gesehen. Das Wetter war ungewöhnlich stabil, manchmal sogar etwas zu wenig Wolken, aber Eines fehlte uns noch: Der Skrei! Nich tau verwechseln mit dem Schrei!
Der Skrei ist der Kabeljau des Nordatlantiks, der zum ablaichen an die Küste und vor allem in die ruhigeren Gewässer zwischen Lofoten und Festland kommt. Es dem Skrei wird der legendäre Trockenfisch, der zu Tausenden  dann auf dem Lofoten auf große Holzgestelle zum Trocknen gehängt wird. Zwar hatten wir vereinzelt Gestelle gesehen, an denen bereits Fisch hing, aber wenn der Skrei kommt, dann ist alles was irgendwie ein Boot hat oder organisieren kann auf dem Wasser und an allen Gestellen herrscht hektische Betriebsamkeit. Durch das windige Wetter der letzten Tage war der Skrei noch nicht da. Aber am letzten Tag unserer Reise, als wir und wieder auf den Weg nach Harstad machten, hieß es plötzlich „SKREI!“. Und tatsächlich war das jetzt ruhige Meer übersät mit Fischkuttern und Booten. Wir mussten daher noch einmal nach Henningsvær und das anlanden ausladen der Boote, die im Minutentakt den Hafen anliefen, zu beobachten. Es war ein toller Abschluss dieser Reise.

Und 2019 im März werde ich sicher wieder auf den Lofoten sein.

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3 Kommentare

  1. Deine Norwegen-Fotos anzusehen bereitet wirklich große Freude. Ich kann mich gar nicht entscheiden, welche Bilder ich am besten finde… es sind einfach zu viele. Danke für diesen Reisebericht, der mir gerade den Morgen versüßt.

  2. Lieber Jens!
    Ein ganz wunderbarer Reisebericht und unglaublich schöne Bilder! Insbesondere die Panoramen und die Reflexionen sind wunderbar! Das macht Lust für 2019…
    Ganz herzlichen Gruß
    Richard

  3. Hallo Jens,
    zu diesem Bericht fällt mir nicht viel ein, außer eins: Klasse!
    Gruß
    Georg

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