6.5. – 21.5.2017 Georgien (Teil 6) Rustavi und Signaghi


16.5. Rustavi
Die alte Industriestadt Rustavi ist unser heutiges Ziel. Zunächst das „neue“ Rustavi, mit endlosen Plattenbauten entlang einer ebenso endlosen Straße. Die Busse entlang dieser Straße führen bezeichnenderweise den Liniennamen „geradeaus“.

Ein kurze Kaffeestopp auf dem großen Platz und danach wandern wir entlang derselben Straße (immer noch geradeaus) durch das „alte“ Rustavi, etwas kleine Häuser, teilweise schön restauriert und viel grün auf dem Mittelstreifen. Für unseren Mittagsimbiss suchen wir ein passendes Lokal, jedoch ist die Auswahl eher dürftig. Hinzu kommt, dass es offenbar  aktuell einen Stromausfall gibt. Für Georgier natürlich keine Problem. Warmes Essen gibt es  immer, jetzt nur eben im Dunkeln. Naja, das Fenster einen Spalt öffnen, den Weg zur Toilette mit iPhone Beleuchtung (kennen wir ja schon aus den Mangan-Mine) und wir bekommen ein sehr leckeres warmes Essen. Erst später fällt uns auf, dass die Küche sich im Keller befindet und ja auch unbeleuchtet ist…
Interessant noch zu erwähnen, dass die Rückkehr des Stromes zuerst daran zu erkennen war, dass das gesamte Personal mit den Handy-Ladegeräten an die Steckdosen stürmten.

Für den Nachmittag haben wir eine Termin in der Metallurgie Plant Rustavi. Dort wird Stahl hergestellt. Vorher sehen wir uns aber noch ein wenig im Industriegebiet um.

Wer nun bei unserem Besuch in der Metallurgie mit einer ausgefeilten Betriebsbesichtigung mit eingebauten Werbeblocks gerechnet hatte, der wurde enttäuscht. Nach kurzer Begrüßung durch den Sicherheitsdienst wurden wir ohne große Umschweife direkt in die Produktionshalle geführt. Und hier befanden wir uns plötzlich mitten zwischen kochendem Eisen, glutroten Behältern, glühenden Eisenbarren und schnell fahrenden Kränen mit schwerer Last. Die Hinweise unseres Begleiters beschränkten sich auf „Vorsicht, da ist warm!“ – „Achtung, da ist Strom drin“ oder „Nicht ganz so dicht…“ Wir konnten uns frei bewegen und alles fotografieren was uns vor die Linse kam. Es war ein tolles und beindruckendes Erlebnis.

Da wir nun schon einmal in Rustavi waren, wollten wir die Gelegenheit nutzen und den Sonnenuntergang in der Steppe von David Garedji fotografieren. Das es von Rustavi dorthin keine Straße, sondern nur eher weniger befestigte Piste gab, hielt Dato nicht davon ab den Sprinter in atemberaubendem Tempo quer durch die Wildnis sicher an unser Ziel zu lenken.
Der Sonnenuntergang zeigt sich dann leider vor allem windig (Stärke 7) und wenig spektakulär, aber es war trotzdem ein schöner Abschluss eines tollen Tages

17.5. Signaghi

Was uns noch fehlt ist ein Eselskarren und ein Pferdepflug und das heißt: ab nach Kachetien. Wenn man das dann noch mit einer exquisiten Weinprobe verbinden kann, muss das einfach gut werden. Und so starten wir nach Signaghi. Kurz vor der Stadt finden wir einen Weinberg in dem mindestens eben soviel Mohn wie Wein wächst.

Dann schlendern wir durch die restaurierte Altstadt, nehmen einen Kaffee mit Ausblick auf das Alasanital und machen uns dann auf die Suche nach Eselskarren und Pferdepflug. In der Tiefebene angekommen besuchen wird zunächst eine skurrile… ja was eigentlich, Werkstatt? Autofriedhof? Schrotthändler? Egal, es gibt hier jede Menge Motive. Und als wir fast schon aufbrechen wollen, finden wir direkt gegenüber einen Pferdepflug, der das Weinfeld bearbeitet und dann überschlagen sich die Ereignisse. Beim Schrotthändler kommt eine neue Lieferung… auf einem Eselskarren und ein Pferdefuhrwerk passiert den Ort des Geschehens auf der Straße. Und so finden wir alle gewünschten Motive direkt an einem Ort.

Entspannt geht es dann zur Weinprobe zum Weingut Schuchmann.  Nach einer kleinen Führung durch die Weinproduktion verkosten wir fünf vorzüglich Weine und setzen unsere Fahrt dann beschwingt fort, um in Telavi ein Restaurant mit moderner georgischer Küche für das Abendessen anzusteuern. Eine vorzügliche Wahl, wie sich herausstellt.

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