6.5 – 21.5.2017 Georgien (Teil 2) Chiatura


9.5.2017 Chiatura

Heute wollen wir nach Chiatura um uns unserem Reisethema, der Industriekultur, zu nähern. Auf der Fahrt dorthin machen wir einen Stopp bei „Starbucks“, nein nicht wirklich. An dieser Straße befinden sich auch 200 m gefühlte 300 Coffeeshops, also wirklich einer neben dem anderen. Und dieser eine hat sich eben einfach eines „nachempfundenen“ Logos bedient um Kunden anzuziehen.

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Die Coffeeshopstraße

Der zweite Stopp gehört einer Kirche auf einer Felsnadel. Wir versuchen eine geeignete Postion zu finden um dieses interessante Bauwerk abzulichten und landen schließlich auf einer kleinen Anhöhe, auf der sich zwei „Kuhmodels“ bereitwillig als Vordergrund zur Verfügung stellen.

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making of… Kuh mit Kloster

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Ergebnis: Kuh mit Kloster

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Ergebnis 2: Georgischer Guide und angehender Fotograf – springend – mit Kloster und ohne Kuh

Und so erreichen wir dann Chiatura. Ein erster Stopp bei einem Monumentaldenkmal löst bei den zahlreich an der Tankstelle herumstehenden Männer eher Verwunderung aus. Touristen sind hier ein eher ungewohntes Bild.

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Monumentalwerk

Es geht hinunter zu einer stillgelegten Seilbahn-Umsteige-Station, die das aber leider nicht mehr gibt. Sie wurde abgerissen und soll einem Neubau weichen. Etwas enttäuscht gehen wir weiter zur „blauen“ Seilbahn, aber auch diese steht still und es ist niemand zu sehen, Enttäuschung macht sich breit. Wir versuchen herauszubekommen was los ist und die plausiblen Auskünfte reichen von „Es gibt im Moment keinen Strom“ über „Heute ist Feiertag“ (Ende des zweiten Weltkrieges) bis zu „Es wird bis Montag in den Fabriken gestreikt und da werden die Seilbahnen nicht gebraucht“.

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Blaue Seilbahn… außer Betrieb

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Seilbahnstation mit ins Bild laufendem Fotografen

In Wahrheit ist es wohl eine Mischung aus allem aber für uns natürlich nicht so schön. Wir besuchen also erst einmal das einzige brauchbare Kaffee um uns mit Pizza, Katschanpuri (Käsebrot mit Ei) und Kaffee zu stärken.
Was können wir tun, wir fahren mal zur Manganverladestation. Dort wird zwar auch nicht gearbeitet (wegen Strom, Feiertag und Streik) aber vielleicht treffen wir jemanden. Denn Jennifer hatte einige Bilder von unserem Besuch vor zwei Jahren dabei und das ist eigentlich immer ein „Türöffner“. Wir treffen aber nur auf die Security, die und uns ganz wichtig erklärt, dass wir hier nicht hineindürfen und auch nicht fotografieren. Nachdem er einen Blick auf die Bilder geworfen und einige der Arbeiter erkannt hat, wird er etwas gesprächiger. Zu seinem Bedauern ist keiner der Arbeiter heute hier. Aber wir üben uns in Geduld. Plötzlich kommt ein älterer Mann mit einem Büschel Zweige (Wohl Futter für Tiere) des Weges und der Mann der Security sagt „Der ist auf einem Bild“. Er wirft einen Blick, erkennt sich aber nicht, nach dem zweiten und dritten Blick geht ein Lächeln über sein Gesicht: „Ja, das bin ja ich!!“. Wir lachen gemeinsam und freuen uns doch ein Bild an den Mann gebracht zu haben. Als Jennifer ihm das Bild schenkt, ist er so begeistert, dass er uns direkt auf einem Cognac zu sich nach Hause einlädt.

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Oh, das bin ja doch ich…

Und so marschieren wir alle im Gänsemarsch ihm hinterher, an der Security vorbei, quer über das Gelände der Manganverladestation zu seinem Haus, natürlich ohne zu fotografieren…

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Ein nicht gemachtes Foto…

Dort sind bereits alle Nachbarn zum Essen versammelt und sofort werden die Gläser und der Wein geholt, die Bilder ausgiebig herumgereicht, natürlich neue Bilder gemacht  und einige direkt ausgedruckt. Die Party ist im Gange!
Nach 20 Minuten und mindestens 5 Trinksprüchen und mindestens ebensovieen gut gefüllten Gläsern Wein, entschließen wir uns zum Rückzug.  Großes Hallo, viel Winken, diverse Einladungen und gute Wünschen begleiten uns  auf dem Weg zurück über das Fabrikgelände und machen machen „natürlich keine Fotos“ 😉

Um wieder etwas auszunüchtern fahren wir nur wenige Meter zu einer weiteren Seilbahn, natürlich ebenfalls nicht in Betrieb und machen dort ein paar Bilder.

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Rosa Seilbahn… außer Betrieb

Zum Abschluss des Tages beschließen wir doch noch zur Manganmine an der Bergstation der blauen Seilbahn zu fahren. Unser Guide Lasha und Dato unser Fahrer haben sich schon nach dem Weg erkundigt und über teils abenteuerliche Pisten geht es hinauf auf dem Berg. Da die Piste immer schlechter wurde, beschließen wir die letzten ca. 500m zu Fuß zu gehen. Es waren dann doch gefühlt „etwas mehr“ und uns empfängt wie schon fast erwartet die Security mit den Worten: „Hier darf man nicht rein und schon gar keine Fotos machen“. Und so beginnt ein neues Spiel mit lockerem Gespräch, wo wir herkommen, was wir hier machen und was mit der Fabrik los ist, mit Chiatura usw. Wir verstehen nichts und üben uns in Geduld. Plötzlich fragt der Mann der Security, ob wir mal ein wenig auf das Gelände schauen wollen, aber nicht fotografieren!! Wir sagen natürlich sofort ja und arbeiten uns langsam bis zum Stolleneingang vor. Die alten Grubenlokomotiven sind sind spannende Motive und bei nochmaligem Nachfragen, ob nicht vielleicht wengistens eine Detailaufnahme… ohne Umgebung… heißt es plötzlich OK, aber keine Personen der Security. Und so kamen wir doch noch zu unseren Bildern von der Industriekultur.
Und nicht nur das. Nach einer Weile fragte er uns, ob wir nicht mal in den Stollen gehen wollen, es gäbe zwar kein Licht und wäre sehr schmutzig, aber er würde uns dann zeigen wo das Mangan herkommt. Und so ging es mit iPhone-Beleuchtung in die Dunkelheit. Von dem mehrere Kilometer langen Stollen haben wir allerdings nur die ersten 300m erforscht. Es war sehr interessant und danach konnten wir auch noch die Abkippstation der Lorenbahn fotografieren.

Das ist Georgien! Danke Lasha.

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Abschied von Chiatura

Müde und erschöpft kamen wir abends wieder in unser Hotel, wo das leckere Abendessen bereits wartete.

Kategorien:Georgien, Reiseberichte

1 Kommentar

  1. Es ist unglaublich, dass tatsächlich noch immer so gearbeitet wird! Diese wohlgeformten gusseisernen Kurbeln und Schalter, einfach schön!!!

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