7.5.2016 Armenien – von Hermon nach Berg-Karabach


Wir starten den Tag heute etwas früher, denn eine lange Etappe haben wir vor uns. Aber schon nach wenigen Kilometern werden wir von der Polizei gestoppt. Unser Fahrzeug wird freundlich aber bestimmt durchsucht. Es hat einen „Vorfall“ gegeben und daher werden alle Autos, die das Tal verlassen kontrolliert. Unsere erste Vermutung die Aktion diente dem vermissten Schuh von Monika erwies sich als falsch und so gab es keine Beanstandung und wir können unsere Fahrt nach wenigen Minuten fortsetzen.
Es geht weiter Richtung Süden, in Richtung iranische Grenze. Wir fahren durch unbeschreiblich schöne Landschaften auf der alten armenischen Seidenstraße. Wir geht es hinauf auf fast 2400m und danach über eine endlose Hochebene. Eigentlich könnte man alle 500 m anhalten und Fotos machen, aber wir müssen ja noch ein paar Kilometer schaffen. So stoppen wir bei einer Schafherde auf der Straße, Kräutersammlern (und Verkäufern) an der Straße, dem armenischem „Stonehenge“ neben der Straße und vielen anderen Stellen, wo es einfach nur schön ist.
Unseren Mittagstee nehmen wir in einem Hotel in Sisian ein, wo wir herzlichst begrüßt werden. Und leckeren Kuchen gibt es auch noch dazu.
Über Goris, wo wir auf der Rückfahrt noch unbedingt halten müssen, erreichen wir die Grenze zu Berg-Karabach. Auf den letzten Kilometern waren schon deutlich mehr Militärfahrzeuge unterwegs.
Die Abfertigung ist professionell und schnell, nach knapp 10 Minuten können wir weiter. Auf unsere Frage nach einem „Dokumentationsfoto“ heißt es zunächst „nein“, aber nach kurzer Bedenkzeit dann mit einem Lächeln: „Die Fahnen und die Straße ja, aber keine Gebäude, keine Grenzpolizei und kein Militär“ und so kommen wir doch zu unserem Foto. Weiter geht es nach Stepanakert, der Hauptstadt von Berg-Karabach. Auf der Straße ist wenig Verkehr, es kommen uns häufiger Busse mit Soldaten entgegen. Es sind „Veteranen“ die im Krieg 1992-1994 gekämpft haben und nun als Freiwillige die jungen Soldaten an der Grenze unterstützen. Sie winken uns freundlich zu aber natürlich dürfen wir keine Fotos machen. Es gibt aber auch so genug zu sehen. Es hat angefangen zu regnen und durch die Wolkenlücken scheint manchmal die Sonne, was die Landschaft in ein phantastisches Licht taucht. Auch in der Stadt Sushi – die heißt tatsächlich so und hat nichts mit Fisch zu tun – müssen wir noch einmal an der Kathedrale halten. Und dann geht es ins Hotel. Als wir vor einem VIP Touristhouse stoppen sind wird erst eine wenig erschrocken, aber es geht dann noch weiter und als wir dann vor unserem Hotel stehen fällt uns doch die Kinnlade herunter.
Am Abend gibt es leckeres Essen in einem Restaurant in der Stadt.
Für Morgen steht die Erkundung der Region auf dem Programm und wir sind schon sehr gespannt. Doch zunächst müssen wir im Ministerium noch unser offizielles Visum kaufen. Das es am Sonntag erst um 10 Uhr öffnet, können wir erst später starten.
Aber unser findiger Reiseleiter Hrach hat daraufhin gleich organisiert, dass das Hotel mit unseren Pässen ins Ministerium fährt und die Formalitäten für uns erledigt. Welch ein Service !!
Einen weiteren sehr kurzweiligen Bericht von Armin Schmolinske der uns auf dieser Reise hervorragend fotografisch betreut findet hier bei Bingshiling

Doch nun endlich zu den Fotos…

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1 Kommentar

  1. Ich bin gerade in Armenien unterwegs. Der Grund meiner Reise ist mein Urgroßvater, der Armenier war.
    Ich frag mich, mit welchen Augen ihr dieses Land seht…….
    Bezaubernde Landschaften? Ich sehe vor allem ein wildes, zerklüftetes, steiniges und armes Land.
    Die vergammelten Industrieorte tun mir in der Seele weh.
    Die mit Wellblech, rostigen Gitterresten und sonstigem Material, das in unseren reichen Ländern auf Sperrmülldeponien zu finden ist, zusammengeschusterten Behausungen schnüren mir die Kehle zu.
    Die Karawanserei am Selimpass in 2400m Höhe ist nur für den Touristen “idyllisch“, der weiss dass er am Abend ein Essen und ein Bett vorfindet.
    Die Hirten, die sich wochenlang nicht wirklich waschen können, hüten ihre Schafe nicht der Romantik wegen, sondern um zu überleben…….
    Ich komme nach Hermon, eines der zahlreichen gottverlassenen Dörfchen im Hochgebirge. Ich sitze auf einer Bank im blühenden Garten der Hotelanlage, die Bäumchen wiegen sich sanft im Wiind, die Sonne wärmt, der Blick auf die Berge ist grandios. Aber sobald ich einen Fuß vor das Tor setze ist Schluss mit der Idylle.
    Macht die Augen auf und seht was auf den Touristenfotos nicht zu sehen ist.

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