28.8.2015 Georgien – Tbilisi und Kasbek


Pünktlich um 10 Uhr steht Dato (David) mit dem Sprinter vor unserem Hotel in Sighnaghi. Wir kennen Dato schon vom letzten Jahr. wo er uns mit dem Transit nach Kasbeg und zurück gebracht hatte.
Entspannt machen wir uns auf den Weg nach David Gareji (das Kloster in der Wüste). Vorher machen wir noch einen Stopp in Ninotsminda bei Sagarejo. Hier gibt es ein kleines Frauenkloster mit einer Kirchenruine. Diese Kirche wurde im Grundriss von 6 Blütenblättern gebaut, was einmalig für Georgien ist. In dieses Kloster verirren sich nur sehr selten Touristen und die beiden Nonnen, die wir gesehen haben, waren sehr freundlich aber auch überrascht, dass deutsche Touristen hierher kommen. Ich habe diesen Ort der Ruhe und Besinnlichkeit sehr genossen und habe mir in dem kleinen Kirchenshop einen Silberring gekauft, denn die Nonnen gefertigt haben. Ich trage eigentlich keine Ringe aber dieser fühlt sich auch jetzt nach einigen Tagen immer noch sehr „angenehm“ an. Vielleicht liegt ja doch eine Art von heiligem Zauber auf ihm…

JMF34306Im Nonnenkloster von Ninotsminda

Wir verlassen das fruchtbare Kachetien und die Landschaft ändert sich innerhalb weniger Kilometer in eine Steppe. Da es die letzten Tage häufiger geregnet hat, ist die Steppe nicht so trocken wie erwartet. Es finden sich sogar einige grüne Fleckchen.

Wir stoppen in dem Ort Udabno mitten in der Steppe. Hier wurden in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts Menschen aus der Hochgebirgsregion (!!) Svanetien angesiedelt. Ihr Dorf war durch ein Erdbeben unbewohnbar geworden und die sowjetische Regierung wollte das wehrhafte Volk gern dort an der Grenze nach Aserbeidschan ansiedeln, um einem „Einmarsch“ der Aserbeidschaner in diese sonst menschenleere Gegend vorzubeugen. Nach der Unabhängigkeit Georgiens zogen die meisten Menschen weg und das Dorf war fast leer. Heute ist das Dorf aber wieder mehr und mehr bewohnt und es gibt inzwischen einen kleinen Laden, ein Hostel (von Polen betrieben) und es gibt Betrieb in der riesigen Schule, auch wenn es jetzt noch die letzen Ferientage sind. Wir haben in der Turnhalle und einem Klassenraum gesehen unter welchen „rustikalen“ Bedingungen hier gelernt wird. Leider hat uns eine Lehrerin dann aus der Schule „hinauskomplimentiert“. Auch ein Telefonat mit dem Rektor konnte sie nicht umstimmen. Es war einfach zu unheimlich, dass hier 4 deutsche Fotografen rumliefen und möglicherweise über den schlechten Zustand der Schule berichten.

JMF34326Klassenzimmer in Udabno

Die Kinder fanden die Fotografen allerdings sehr interessant und wir kamen nicht weiter ohne ein paar Sofortbilder da zu lassen.

JMF20016Nach dem Shooting…

Kurz darauf erreichen wir David Gareji. ein mehr als tausend Jahre altes Höhlenkloster mitten in der Steppe im Grenzgebiet zu Aserbeidschan. Der Grenzverlauf ist hier etwas strittig und um die oberen Höhlen zu sehen muss man seinen Fuss wohl auch mal auf das Gebiet von Aserbeidschan setzen. Da das Verhältnis der beiden Länder zueinander aber aktuell recht entspannt ist, hat man nichts zu befürchten, auch wenn sich mal der ein oder andere Grenzer sehen lassen sollte.
Wir blieben unbehelligt und haben uns die Höhlen nach 45 minütigem steilem Aufstieg in Ruhe anschauen können. Ich war schon häufiger hier, aber der Anblick fasziniert mich immer wieder.
Es war dieses mal fast menschenleer hier oben. Nur eine Schweizerin mit ihrer georgischen Übersetzerin. Sie war auf der Suche nach einer bestimmten Freske, aber auch Lasha kannte diese nicht. Aber er erforschte sofort die oberen Höhlen und fand sie. Mit etwas Kraxelei kamen wir langsam hinterher und auch ich hatte diese Höhle  noch nie gesehen. Malereien in fantastischem blau.

JMF34339Fresken in David Gareji…

Auf dem Weg zum Abstieg tauchte dann plötzlich unmittelbar vor / über uns ein Schmutzgeier auf. Nicht einfach zu fotografieren aber ein, zwei Aufnahmen gelingen uns dann doch.

 

JMF19281
Auf dem Rückweg sahen wir noch viele dieser riesigen majestätischen Vögel kreisen, mal mal weiter entfernt, mal in der Nähe aber leider nie mehr so dicht.Aber einige schöne Abendstimmungsfotos gelangen uns noch.

JMF19287Blick nach Aserbeidschan

JMF20021David Gareji

Am Dienstag starten wir wie gewohnt nach dem Frühstück – heute nach Asureti einen Dorf deutscher Siedler aus dem 18. Jahrhundert. Damals hieß es Elisabethtal. In der Dorfstraße sind die Fachwerkhäuser mit den Dachschindeln teilweise noch gut zu sehen. Es gibt auch einen alten deutschen Friedhof mit vielen schwäbischen Namen.

JMF34367Schaffe, schaffe Häusle baue…

Hier treffen wir uns mit Sasha (mit ihm war ich im Juli unterwegs) und er hat die Idee bei ihm Tee und einen Melone zur Stärkung zu nehmen und dann nach Samshvilde zu fahren. Es sind die Überreste einer mindestens 3000 Jahre alten Stadt. Alte mit Steinen gepflasterte und von Steinwällen eingefasste Straßen, Wehranlagen und Monolithe. Im Mittelalter wurden hier dann christliche Symbole wie Gräber, Kirchen und auch eine Art Palast oder Schloss „drüber“ gebaut. So findet sich hier eine auch heute noch genutzte kleine Kirche mit einem uralten Monolithen im Innenraum. Die Anlage liegt auf einen lang gezogenen Bergrücken zwischen zwei tiefen Schluchten und bietet so Schutz vor den Feinden und uns tolle Ausblicke.

JMF34402Ausblick in die Schlucht…

JMF34406Vermutlich eine Zoolstation, links ein Monolith

JMF34391Bearbeitete Steine in den endlosen Mauern

JMF34384Ein Monilith in der Kirche

JMF34397Reste des Schlosses

Im Tal unter uns kreisen die Adler, leider zu weit weg für ein gescheites Foto.
Schade nur, das Georgien nicht so viel Interesse an einer Erforschung dieser Anlage hat. Das meiste ist mit Gras und Sträuchern verwildert.
Es war aber ein toller Ausflug, den uns Sasha da ermöglicht hat und wir kehren erst spät zurück in unser Hotel.

Am Mittwoch geht es nun wieder in den großen Kaukasus nach Norden. Leider regnet es und der Himmel ist wolkenverhangen. Trotzdem machen wir einen Fotostopp an der Ananurifestung und in Pasanauri an einem Platz mit alten Autos. Dort will der Besitzer aber Geld fürs Fotografieren haben und so ziehen wir weiter. Kurz vor dem Kreuzpass (rd. 2500m) machen wir eine kleines Picknick am Denkmal für die russisch- georgische Freundschaft, das im dichten Nebel vor uns liegt.

JMF34429Denkmal im Nebel

JMF34433Stepantzminda in der Nähe der russischen Grenze

Auf der anderen Seite des Passes wird die Sicht etwas besser und es hört auch auf zu regnen. So können wir noch ein Paar Fotos an der russischen Grenze machen, bevor wir in unserem Familienhotel Quartier nehmen. Es ist mit 11 Grad inzwischen sehr kalt und so geht es früh ins Bett.

Der Donnerstag begrüßt uns mit blauem Himmel und einem schönen Blick auf den 5047m hohen Kasbek. Wir mieten uns einen Delcia und planen das Sno-Tal und das Trussotal zu erforschen.
Nach dem Frühstück geht es zunächst nach Sno und dann weiter ins Tal bis nach Juta. Eine tolle Landschaft und mit dem blauen Himmel und einigen kleinen Wölkchen einfach gut für Postkartenfotos. Den Nachmittag verbringen wir im ebenso schönen Trussotal und am späten Nachmittag geht es dann zurück nach Tbilisi.

JMF19344Kasbek mit Wehrturm… 5047m

JMF34470Kasbek ohne Wehrturm, dafür mit Dorf und Kuh

JMF19348Snotal bei Juta

JMF19394Trussotal bei Ketrisi

Auf dem Weg zum Abendessen treffen wir dann noch zufällig den Patriarchen von Georgien. Er war allerdings sehr beschäftigt.

JMF34519

Den Freitag werden wir in Tbilisi verbringen, bevor wir am Samstag zu unserer letzten Station Batumi am schwarzen Meer aufbrechen.

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